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Ich würde gerne: Fünf Dinge, die ich als Mutter gerne besser machen würde

Man hat ja so ein Bild von sich selbst im Kopf. Ein Wunschbild. Wenn man Kinder hat, wird einem vor Augen geführt, was daran alles nicht stimmt. Denn die Kindern spiegeln das wider was man selbst ist. Insofern fällt es mir leicht das aufzuschreiben, was ich an mir als Mama nicht mag. Und ich beteilige mich damit gerne an der #blogparade #ichwuerdegerne der Zeitschrift Leben und erziehen.

1. Ich würde gerne ordentlicher sein

Kann sein, dass mein Kind drei Fleecejacken im Kindergarten hat. Vielleicht aber auch gar keine und dafür zwei paar Gummistiefel – ich habe keinen Überblick. Die Kinder sollen ein Familienfoto mit in den Kindergarten bringen – puh, das kann bei uns schon mal ein paar Monate dauern. Denn bis es im Kindergarten landet habe ich das Bild dreimal verlegt und dann im Auto vergessen. Und die eingepflanzten Samen von letztem Jahr. Ich gebe an dieser Stelle zu, dass ich vergessen habe, mein Kind ans Gießen zu erinnern und dann (zweimal) heimlich kleine Pflänzchen nachkaufen musste. Das war das teuerste Kinder-Gemüsebeet ever. Ich gebe es zu: Ich bin eine Chaos-Queen. Ich habe meinem Sohn nun seine sechste Mütze gekauft, weil die ersten fünf bei Oma, im Kindergarten, im Kinderwagen, im Auto und wo sonst noch verstreut sind. (Jetzt wird mir klar, wo mein Geld hingeht) Meine Tochter findet es mittlerweile chic mit unterschiedlichen Socken rumzulaufen. Einen echten Schaden tragen die Kinder hoffentlich nicht davon. Versteht mich nicht falsch. Sauber ist es bei uns und auch nicht unordentlicher als in anderen Familien. Aber ich bin mit dem Kopf einfach oft schon drei Schritte weiter. Ich wünschte ich hätte da mehr Struktur.

2. Ich würde gerne weniger Fernsehen

Der Fernseher läuft bei uns nur abends. Tagsüber schau ich nie und auch die Kinder denken vermutlich tagsüber kommt gar nichts in der Glotze. Jedenfalls steht tagsüber fernsehen nie zur Debatte. Aber abends, wenn meine Tochter im Bett ist und ich keine Lust oder Motivation habe, mich nochmal an den PC zu setzen, schaue ich fern. Ich würde gerne lesen, aber ich habe einfach keine Lust. Manchmal steht unsere Tochter abends nochmal auf und kommt runter, weil sie irgendetwas braucht. Ich wünschte, sie würde mich dann im Sessel sehen mit einem Buch. Vertieft in die Kraniche des Ibikus aus der Schiller´schen Gedichtesammlung oder so ähnlich. Ist aber nicht so. Ich wäre auch hier gerne ein besseres Vorbild.

3. Ich würde gerne ausgeglichener sein

Als Eltern sind wir Vorbild. Sehe ich den kleinen Wutzwerg vor mir aufstampfen, dann sehe ich mich selbst in ihr. Ich sehe, dass ich heute morgen selbst geflucht habe. „Zum Donnerwetter nochmal, kannst Du vielleicht irgendwann mal fertig werden mit dem Essen.“ Das war jetzt nicht so die feine englische Art. Und irgendwie auch echt überflüssig. Denn schneller ging es deshalb trotzdem nicht. Plötzliche Ungeduld ist eine meiner größten Schwächen. Denn plötzliche Ungeduld ist ungerecht. Dass man mal schlecht gelaunt ist, ist menschlich. Keiner ist ein 24-Stunden Zirkusclown. Das vorzuspielen wäre auch nicht gerade authentisch. Aber ein Kind anzupflaumen, weil es seine Schuhe nicht findet (obwohl möglicherweise ich sie verschlampert habe) ist auch nicht ok. Richtet sicher keinen dauerhaften Schaden an. Trotzdem: Kein gutes Vorbild.

4. Ich würde gerne ein besserer Lernbegleiter sein

Meine Kinder gehen in einen Kindergarten mit offenem Konzept. Sie lernen dort selbständig – zum Beispiel – zu basteln. Niemand malt ihnen Linien vor, die sie dann ausschneiden. Niemand sagt ihnen, wie ein Baum doch eigentlich aussieht. Man lässt sie machen. Sie besorgen sich das, was sie brauchen selbst bei den Erzieherinnen und niemand bewertet das Ergebnis ihrer Arbeit. Ich wünschte ich könnte das auch. Aber mich macht es kirre. Florentine soll einen Stammbaum basteln und malt als erstes einen Baum mit wilden Kästchen drin. Ich versuche zu erklären, wie man die Kästchen anordnen muss. „Mama, das ist mein Stammbaum. Ich weiß schon selbst wie ich den machen muss.“ Mir kribbelt es in den Fingern. Ich will ihr eigentlich Schere und Kleber aus der Hand nehmen und den Stammbaum für sie machen. Ich halt mich zurück und schau zu. Wenigstens ein paar kleine Hinweise zur Systematik von Stammbäumen darf ich geben. Die meisten verhallen. Aber naja. Am Ende haben wir einen zerknitterten und mit Tesa verklebten Stammbaum auf dem aber zumindest Großeltern, Eltern und Kinder paarweise und in der richtigen Reihenfolge angeordnet sind. Es war ein Mittelweg. Man kann sich ja entwickeln.

5. Ich würde gerne etwas mehr Spießer sein

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen meiner Fehler betiteln soll. Aber ich schätze Spießigkeit trifft es am Besten. Eine Brotdose mit Karottensticks, ein Butterbrot in Form eines Einhorns und handliche Wurst- und Käsestückchen. Oder auch: Zusammenpassende Rucksack- Regenschirm und Trinkflaschenarrangement – auf all das müssen meine Kinder verzichten. Ich bin das einfach nicht. Ich finde es Zeitverschwendung. Obwohl ich es manchmal auch klasse fände ich könnte mich zuverlässig jeden Sonntag zum Backen kleiner gesunder Apfel-Karotten-Muffins motivieren. Bei uns herrscht ….. Abwechslung. Etwas mehr Spießigkeit wäre aber nicht schlecht. Denn irgendwie bewundere ich das: Muttis, die immer ein Feuchttuch, ein Taschentuch und einen Notfallkeks in der Tasche haben. In meiner Tasche sind so Sachen wie ein benutztes Taschentuch, drei Babystrumpfhosen, die längst zu klein sind und ein leerer Geldbeutel. Zum Glück hab ich Kinder. „Denkst Du dran Windeln mitzunehmen, Mama? Ich erinnere ans letzte Mal…..“ Die Kleine ist vier und mir in manchen Dingen voraus. Ich lach mich tot, wenn es aus dem Kind mal ein voll strukturierter Erwachsener wird. So mit Aktenordnern, die ihren Namen verdienen und Topfpflanzen, die überleben. Das kann ich dann zumindest wissen: Das hat sie nicht von mir.

3 Gedanken zu “Ich würde gerne: Fünf Dinge, die ich als Mutter gerne besser machen würde

  1. Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

    Deoflecken

  2. Ich kann dich gut verstehen, wobei ich ganz andere Sachen gerne besser können würde! Aber mittlerweile denke ich mir immer: „Es läuft doch ganz gut!“ Warum sich imme wieder Sachen wünschen, die niemals so kommen werden? Aber meine Tochter ist auch schon 11 Jahre alt! Da merkt man dann doch schon eher, ob wichtige Dinge Früchte getragen haben! Wünsche dir gutes Gelingen und vor allem Gelassenheit! Die wünsche ich mir auch immer! :-))) Gruß Verena

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