Kindereigenschaften

Wofür ich meine Kinder beneide: Kindereigenschaften Blogparade

Oft stelle ich mir vor, was später mal aus meinen Kindern wird. Ich weiß, das soll man eigentlich nicht machen, ich will ihnen gerne den Freiraum geben, sich  zu entwickeln, so wie sie es wollen und brauchen mit ihren Kindereigenschaften. Aber trotzdem – Wie das eben so ist bei Menschen und speziell bei Müttern: Wir haben Pläne für unsere Kinder. Und dann kommt so eine Blogparade von ideas4parents um die Ecke, die mich fragt, welche Kindereigenschaften ich beneide und die Antwort ist klar: Ich beneide meine Kinder darum, dass ihnen meine Vorstellungen scheißegal sind. Und noch um etwas mehr….

Los geht´s schon nach der Geburt

Was wissen wir nicht alles, wie Kinder sein sollen, bevor wir selbst welche haben. Das eine würden wir „nie“ und das andere „auf jeden Fall“ tun. Unsere Kinder würden natürlich so sein, wie wir uns das vorstellen. Und dann kommen die Kleinen und werfen alles über den Haufen. Manchmal im positiven, manchmal im negativen Sinne. Was wir vorher dachten und wollten: völlig irrelevant. Und wir – die Eltern – stehen da, plötzlich hilflos und auch etwas unsicher, manchmal der Verzweiflung nahe. Und das Baby? Das zweifelt nie, das macht einfach, das vertraut – in sich und uns, obwohl es uns kaum kennt. Es vertraut darauf, dass wir es gut meinen, dass wir uns kümmern, einfach nur weil es da ist. Es berechnet nicht, es lässt sich fallen – in unsere Arme und unser Herz. Beeindruckend, wenn man drüber nachdenkt.

Die Abnabelung

Bis zum Tag als mein Sohn in die Kinderkrippe kam, waren wir quasi aneinander gewachsen. Kaum ein Blatt hat zwischen uns gepasst, er hatte sich entgegen aller Pläne ja nicht mal dazu hinreißen lassen, feste Nahrung zu sich zu nehmen geschweige denn ohne Körperkontakt zu schlafen. Wir haben gegrübelt. So viel: Wie wir weiter machen und was das beste für alle wäre. Praktisch jeder riet uns, den Krippenstart zu verschieben und ich selbst war ehrlich gesagt auch nicht ganz sicher, ob alles reibungslos gehen würde. Und dann? Nimmt der Bub seinen Rucksack in die Hand und krabbelt rein zu den Erzieherinnen als sei es sein zu Hause. Er hat viele in meiner Familie und dem Umfeld sehr überrascht. Aber es ist wie so oft: Während die Erwachsenen noch abwägen und nachdenken und zweifeln und durchspielen, machen die Kinder einfach und verblüffen uns mit ihren einfachen Lösungen.

Das positive Denken – eine der besten Kindereigenschaften

Noch nie habe ich gehört, dass meine Tochter mir gesagt hätte, warum irgendetwas nicht funktionieren kann, sie äußert keine Bedenken, sondern immer nur ihre Hoffnungen und Wünsche und Ideen. Wenn es draußen regnet, zieht sie sich Gummistiefel an und freut sich aufs Pfützenspringen. Wenn sie einen Infekt hat und kotzend auf der Couch liegt und ich sie umsorge und ich verwundert bin, dass sie so wenig jammert, dann sagt sie: „Nützt ja nix. Muss ich eben durch.“ Und wenn wir über den Krieg reden, dann fragt sie in ihrer unendlichen Klarheit: „Warum hören die nicht einfach auf mit dem Kämpfen?“ Ich bin ein positiver Mensch, wirklich. Aber manchmal will ich mir gerne von meiner Tochter eine Scheibe abschneiden.

Das Selbstbewusstsein

Das geht sogar noch weiter. Kinder machen nicht einfach nur unbeirrt das, was sie denken. Sie finden das auch noch ziemlich toll, was sie da gerade machen. Und das ist ein Punkt, den ich an meinen Kindern – und an vielen anderen Kindern auch – besonders bewundere. Wenn meine Tochter ein Bild gemalt hat, kommt irgendwann der Punkt, da ist sie fertig – und völlig mit sich und ihrer Leistung zufrieden. Entweder sie hängt es sich an die Wand oder sie schenkt es mir oder jemand anderem mit der großen Überzeugung: „Schau mal was für ein wunderschönes Bild ich extra für Dich gemalt habe!“ Das sagt sie nicht nur so. Sie findet an ihrem Bild wirklich nichts auszusetzen. Das bewundere ich. Einfach mal zufrieden sein. Zufrieden mit der eigenen Leistung und zufrieden mit sich selbst.

Zum Glück

Also ich hab jedenfalls noch selten seitdem ich erwachsen bin etwas gemalt oder geschrieben und konnte danach sagen: „Wow, hab ich das toll gemacht“. Ich bin meistens so auf dem Stand von: „So ist es ganz ok und ich lass es jetzt mal, bis mir was besseres einfällt.“ Das macht mich selbst oft zur Getriebenen. Und das macht mich manchmal ein bisschen neidisch auf die Kindereigenschaften. Aber nicht wirklich. Ich freu mich für meine Kinder und hoffe, dass sie etwas von dieser Selbstsicherheit in ihr Erwachsenenleben mitnehmen können. Aber das ist ja wieder so ein Erwachsenending: Pläne machen und grübeln, wofür etwas gut ist und wie die Kinder mal sein werden, wenn sie erwachsen sind. So denken Kinder ja nicht – sie machen einfach. Zum Glück.

 

Geht´s Dir auch wie mir? Auf welche Kindereigenschaften bist Du denn neidisch?

2 Gedanken zu “Wofür ich meine Kinder beneide: Kindereigenschaften Blogparade

  1. Liebe Katharina,
    vielen Dank für deine Teilnahme an unserer Blogparade und für diesen wundervollen Beitrag dazu.
    Die Eigenschaften, die du genannt hast, treffen alle voll ins Schwarze!
    Das positive Denken und das Selbstbewusstsein könnten wir auch als Erwachsenen wirklich gut gebrauchen.
    Manchmal lernen die Eltern eben auch etwas von ihren Kindern und nicht nur andersrum 😉
    Liebe Grüße
    Marina von ideas4parents

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