Dankbar im Dezember

Dezember und Vorweihnachtszeit ist ja auch die ideale Gelegenheit, sich mal zu überlegen, wie gut es uns eigentlich geht und was wir an den Menschen um uns herum haben. Also heute: Dankbar im Dezember – vielleicht findet Ihr ein paar Anregungen und ich kann nur raten: Seine Gedanken mal aufzuschreiben, macht einem einiges klar…. und weil meine Familie ja keine one-woman-Show ist, bekommt Ihr heute:

Vier Generationen: Tausend verschiedene Dinge, dankbar zu sein:

Heinz (Uri):

Dankbar bin ich, dass wieder ein Jahr rum ist, in dem es mir gesundheitlich so gut geht. Es ist meine Grundphilosophie: Ich messe mich immer an Leuten, denen es schlechter geht, als mir. Sich die vor Augen zu führen, die scheinbar fitter sind als ich, macht ja keinen Sinn. Ich weiß ja gar nicht, ob es denen wirklich besser geht. Manch einer hat schließlich Sorgen oder Krankheiten, die er verbirgt. Um mir vor Augen zu halten, wie gut es mir geht, sind meine regelmäßigen Besuche im Seniorenwohnheim ideal. Wenn ich jemanden sehe, der nicht einmal seine eigenen Kinder erkennt dann merke ich: Ich bin eigentlich noch gut dran. Was meine Familie angeht bin ich dankbar, dass alle noch für mich da sind und mir positiv gegenüberstehen, obwohl ich nicht mehr so uneingeschränkt am aktiven Leben teilhaben kann. Meine Familie, mein erweiterter Familienkreis und viele Menschen aus dem Ort kümmern sich hervorragend. Dafür bin ich dankbar. Egal ob beim Einkaufen, wenn ich auf ein Fest gehe oder sonstwohin. Ich werde immer umsorgt und das ist großartig. “Brauchst Du noch was Heinz?” “Da, ich hab Dir was mitgebracht!” so viele Menschen sind für mich da, obwohl sie es nicht müssten. Ich habe immer Wert darauf gelegt, dass niemand einen Groll auf mich hat, sondern dass ich mit allen gut gestellt bin. Das ist gelungen und dafür bin ich dankbar.

 

Franzi (Oma):

Ich bin dankbar, dass es allen in der Familie gut geht und wir keine schweren Erkrankungen haben. Vor allem, dass es meinem Vater noch so gut geht, dass er im Rahmen der Möglichkeiten noch fit ist, raus geht, sich mit Leute trifft und in der Werkstatt mithilft. Dafür bin ich sehr dankbar. Und dass sich mein jüngstes Enkelkind von seiner schweren Hauterkrankung offenbar hervorragend erholt hat. Dass ich ein weiteres Enkelkind bekomme: Auch dafür bin ich dankbar. Ich bin auch dankbar für meinen Mann. Seit 35 Jahren sind wir verheiratet und wie es aussieht wird das auch noch eine Weile so bleiben. Das ist nicht selbstverständlich! Auch dafür, dass mein Geschäft einigermaßen läuft bin ich dankbar. Auch wenn die Selbständigkeit nicht einfach ist, ist die Töpferei irgendwie auch mein Leben. Und wenn ich die Nachrichten anschau bin ich dankbar, dass ich hier lebe und nicht irgendwo anders auf der Welt. Was ich an den Menschen in meiner Familie und an meinen Freunden sehr schätze ist ihre Offenheit, ihre Hilfsbereitschaft. Das ist mir an mir selbst wichtig und auch an anderen genauso. Ich bin dankbar für meine Kinder und die Enkel, dafür, dass meine Töchter ihren Weg gehen und wir so ein vertrauensvolles und gutes Verhältnis haben; dass sie meine Enkel dazu erziehen, respektvoll mit anderen und auch mit mir als Oma umzugehen. Ich weiß, dass ich geliebt und geschätzt werde, dass ich mich nicht verbiegen muss. Dafür bin ich dankbar. Und auch dafür, dass unsere Enkel gleich zwei Omas und zwei Opas haben. Wir ergänzen uns in dem, was wir den Kindern bieten und so steht den Enkeln später mal die Welt offen. Das ist so viel wert! Dankbar bin ich in diesem Jahr auch für einige Freundschaften, die sich sehr gefestigt haben. Da hat sich eine wunderbare Gruppe von Menschen gefunden, die spontan sind, gerne zusammen lachen und auf die man sich verlassen kann. Auch dafür bin ich dankbar.

 

Katharina (Mama):

Ich bin in diesem Jahr wirklich gesegnet. Meine Familie ist der Hammer und manche Differenzen scheinen sich auszubügeln. Dafür bin ich dankbar. Ich bin dankbar für meinen Mann, der – so schwierig er auch manchmal ist – sein letztes Hemd für uns opfern würde und so ein liebevoller Papa ist. Für meine Eltern und Schwiegereltern, die so wahnsinnig verschieden und alle auf ihre Weise liebenswert und uneingeschränkt verlässlich sind. Ich kann morgens um 3 bei ihnen anrufen und sie stehen auf und kommen. Ohne nachzufragen. Einfach so. Weil wir eine Familie sind. Ich bin dankbar für die große Welt, die sich meinen Kindern durch so viele Menschen, die sie lieben eröffnet. Für die vielen Erlebnisse und Sichtweisen und Wege. Und für meine Kinder selbst. Ich bin dankbar für meine Arbeit, die es mir ermöglicht, Menschen eine andere Sichtweise zu zeigen. Und für viele Freunde auf die ich mich verlassen kann.  Ich bin dankbar für Menschen wie unseren Kinderarzt. Menschen, die ohne Eigennutz einfach anderen helfen und Beistand leisten. Morgens um fünf Uhr hab ich ihn schon angerufen. Und er hat nicht mal gemurrt. Das werde ich nie vergessen. Danke für den Uri (dem ich auch schon mal hier auf dem Blog einen Liebesbrief geschrieben haben). Danke für meine Schwester Julia, durch die ich weiß, wie wertvoll Geschwister fürs Leben sind. Danke für meine Freundin Sabrina, deren Freundschaft mir zeigt, dass man sich uneinig und einig gleichzeitig sein kann und die in meinem Herzen einen festen Platz hat. Danke für Tina und Julia und Melli, deren Freundschaft beweist, dass man verschiedener Meinung und trotzdem eine Einheit sein kann. Danke für Mark und Henny, die verlässlich sind und von denen ich glaube, dass ich auch in 20 Jahren noch unangemeldet vor der Tür stehen kann. Ich könnte noch ewig weitermachen. Ich bin sehr dankbar und gesegnet.

Wofür Florentine (Kind) dankbar ist:

Für Blumen und Gras und Bäume. Und für Bibi und Tina. Und ich bin dankbar, dass meine Mama mich und meinen Bruder immer ins Bett bringt und mit uns so viel spielt. Und dafür, dass mein Papa mit mir manchmal fernsehschaut und mit mir kämpft. Für meinen Bruder, auch wenn der mich oft nervt. Und ich bin dankbar für meine Oma Franzi und Opa Stefan, weil sie mich mit Ton spielen und Schüsseln anmalen lassen und ich dort auch ein Zimmer habe. Und für Bibi Oma und Peter Opa, weil sie tolle Sachen mit mir spielen und ich manchmal auch dort übernachten darf. Und für meine Uris, weil das die Uris sind.

 

 

 

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4 Gedanken zu “Dankbar im Dezember

  1. Liebe Katharina, diese Gedanken – von allen – sind wundervoll und genau die richtigen. Man vergisst im Hamsterrad oft, sich dies bewusst zu machen. Ich hatte Tränchen in den Augen, weil ich euch so sehr schätze. Du bist eine ehrliche Freundin, bei deiner Mama war ich immer zuhause und dein Opa war für mich auch immer mein Opa. Ihr wart Teil einer wunderschönen Kindheit und ich bin dankbar, dass diese tiefe Verbundenheit bis heute besteht.

  2. Liebe Katharina, ich bin auch dankbar für unsere Freundschaft, dass wir über alles reden können, nicht nur über unsere Kids und Thermomix☺

  3. Liebe Katharina, dass der Dankbarkeit solch große Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist richtig und beweist, wie bewusst doch unser Leben verläuft. Nur die, die bewusst leben, sind fähig solches zu ermesssen. Und ich teile dies und habe gerade die letzten Tage das wiederholt erinnert. Ich bin dankbar, dass wir in dem besonderen Vater-Sohn Verhältnis gemeinsam arbeiten (wie gerade geschehen) dürfen, profesionell und mit Anerkennung derer, die unsere Kienten sind. Ich freue und bin dankbar, dass wir täglich etwas bewirken, teilweise sind es große Dinge …. und sie gelingen. Ich bin dankbar, dass unser Wohnzimmer manchmal zum Reitstall wird und phantasievoll spielende Kinder ein weiteres Zuhause haben. Ich könnte stundenlang aufzählen und schreiben, ich kann aber auch nur kurz und bündig sagen (ja das kann ich auch): ich bin dankbar, dass es euch gibt. Das gibt auch einem Starken noch Sicherheit und Halt.

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