Der Storchenfonds: wie den Hebammen geholfen werden kann

Wie wertvoll Hebammen sind, das habe ich schonmal geschrieben. Aber das weiß sowieso jede Mutter. Seit einigen Jahren gibt es den Trend, dass es immer weniger Hebammen gibt, der Grund ist das Geld. Seit Neuesten gibt es aber auch eine Möglichkeit, den Hebammen nachhaltig zu helfen und so eine hochwertige Geburtshilfe langfristig zu sicher: Den Storchenfonds – ein tolles Projekt!

Aber von vorne:

Wo liegt eigentlich das Problem?

Die Hebammen kämpfen mit hohen Haftpflichtprämien. Die Kosten für die Haftpflichtversicherung sind in den letzten Jahren immens gestiegen. Das liegt nicht an den bösen Versicherern und ihren immensen Gewinnen, sondern daran, dass ihre Kosten tatsächlich gestiegen sind. Und zwar aus zweierlei Gründen:

  1. Dank unserer guten medizinischen Versorgung steigt die Lebenserwartung von Kindern, die bei der Geburt Schäden davon getragen haben. Was natürlich sehr schön ist, bedeutet für die Versicherungen höhere Kosten. Das ist noch gepaart mit teureren Behandlungsmöglichkeiten.
  2. Nach Aussage des Deutschen Hebammenverbandes seien außerdem die Regressforderungen durch Kommunen und Krankenkassen in den letzten Jahren gestiegen.

Die Hebammen können für die Kostensteigerung eigentlich nichts. Denn nach Aussage des Deutschen Hebammenverbandes sind die Fehler der Hebammen die zu einem Versicherungsfall führen seit Jahren gleichgeblieben.

Nun ist es so, dass einer Hebamme, die genug Geburten pro Jahr betreut, die Kosten der Haftpflichtversicherung zu einem großen Teil von der Krankenkasse wieder erstattet werden. Die Krankenkassen bestehen auf dieses Mindestmaß an Geburten, damit die geburtshilfliche Qualität sichergestellt ist. Diese Erstattung gibt es aber eben erst im Nachhinein und auch nur dann, wenn es tatsächlich genug Geburten waren. Ein Risiko und eine Unsicherheit, die immer weniger Hebammen tragen wollen. Eine verfahrene Situation.

Der Storchenfonds

Aus dieser Situation will der Storchenfonds einen Ausweg bieten. Mira Mondstein ist eine der Gründerinnen. Ich habe ihr einige Fragen gestellt:

  1. wie funktioniert der Storchenfonds genau?

Mira: “Mit dem Storchefonds möchten wir Spenden sammeln, so ähnlich wie ein Crowdfunding, um den Hebammen, die sich bei uns mit einem „Hilferuf“ gemeldet haben dabei zu helfen, die Haftpflichtversicherung zu tragen.

Wir haben ausgerechnet, dass jedes Paar, das dieses Jahr ein Kind erwartet, NUR EINEN EINZIGEN EURO SPENDEN MÜSSTE, um ganze 100 Hebammen zu unterstützen. Damit wäre ein flächendeckendes Problem zum Teil gelöst: Es gäbe wieder mehr Hebammen, die außerklinisch Geburten betreuen (dürfen).”

2. was sind Deine persönlichen Beweggründe Dich für die Hebammen einzusetzen?

Mira: “Uns ärgert es so sehr, dass unheimlich viele Eltern verzweifeln, wenn es um die Suche nach einer Hebamme geht… Sie schimpfen und demonstrieren, jammern und vor allem: resignieren. Und viele Hebammen, die wir für unsere Recherchen zur „Wunschgeburt“ interviewt haben, waren oft sehr, sehr traurig, weil sie nur wegen fehlendem Geld nicht mehr weiter Geburten betreuen dürfen. Mein Gedanke war, dass doch so viel möglich ist. Wir haben den Flüchtlingen helfen können. Warum nicht auch bei einem Systemfehler, der uns selbst betrifft?”

3. Versicherer meinen, es ist wichtig, dass Hebammen eine gewisse Menge Geburten pro Jahr begleiten, um die Qualität zu sichern. Siehst Du das auch so?

Mira: “Durch den Druck, eine vorgeschriebene Anzahl an Geburten leisten zu müssen, schrecken viele Hebammen davor zurück, die Haftpflichtprämie zu zahlen. Denn im schlimmsten Falle sehen sie nicht einmal einen Bruchteil davon wieder. Wenn die Hebammen diese Angst nicht in ihr Abwägen mit einfließen lassen müssten, wären viel mehr Hebammen bereit, sofort wieder in die Geburtshilfe zurückzukehren.”

4. Mit dem Storchenfonds könnte man diese Angst nehmen……

Mira: “Sollte eine geförderte Hebamme das Geld im nächsten Jahr anteilig erstattet bekommen, wäre das doch eine grandioser Kreislauf: Sie könnte dann sehr wahrscheinlich direkt wieder die neue Prämie für das neue Jahr zahlen. Vielleicht sogar ganz ohne unsere Unterstützung.

Das Projekt wäre also sogar sehr NACHHALTIG”

5. Wo, stellst Du Dir vor, steht der Fonds in fünf Jahren?

Mira: “Bestenfalls ist er nicht mehr nötig. Vielleicht haben wir Eltern dann so laut rumort, dass die Politik endlich die Versicherungen und auch die vielen anderen Probleme, die Hebammen die Arbeit erschweren (man denke nur an die Zustände in Krankenhäusern, die Gehälter, die Arbeitszeiten…) gelöst bekommt.

Sollte der Fonds noch benötigt werden wird er gerade sehr junge Hebammen unterstützen, die noch kein Geld ansparen konnten. Oder die Hebammen, die wegen einer Geburt zu wenig die Versicherung nicht erstattet bekommen. Und so weiter. Wir Eltern können ein Herzzeichen setzen.”

6. Falls es sonst noch was gibt, das Du loswerden willst, dann gerne her damit.

Mira: “Ich möchte gerne nochmal daran erinnern, dass ein einziger Euro, den eine Person spendet, die Welt ein Stückchen besser macht. Wir möchten nicht, dass der Fonds die langfristig einzige Lösung bleibt. Das wäre unmöglich, aber die Hebammen, die jetzt Hilfe erhalten, sind so erleichtert und leisten so unbezahlbar viel. Ich denke, einen Euro kann jede Familie spenden. Oder zwei;)”

Also ich will für den Storchenfonds spenden. Für jeden Euro den eine meiner Leserinnen oder Leser spendet, lege ich noch einen Euro drauf. (Maximal 20 Euro – ich will ja nicht pleite gehen:-D) schreibt mir einfach hier in die Kommentare falls Ihr gespendet habt.

Spenden könnt Ihr hier

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Sagt doch anderen, dass Ihr mitmacht mit dem #elternhelfenhebammen

3 Gedanken zu “Der Storchenfonds: wie den Hebammen geholfen werden kann

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