Gastartikel: Am Rande der Belastbarkeit und gemeinsam durchs Tief – persönliche Erfahrungen

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Was macht man, wenn man sieht wie sich der eigene Mann, der Mensch, den man am meisten liebt kaputt macht? Wenn er seine Arbeit hasst, unzufrieden ist, keinen Ausgleich in seinen so geliebten Hobbys findet. Ein Burn-Out droht?

Erste Anzeichen sind da: Schlaflosigkeit, die auf die Kinder geschoben wird. Ständiges unter Strom stehen, dass auf mich und meine plötzlich so ekelhafte Art geschoben wird, obwohl ich mich nicht anders verhalte. Nesselsucht, die am letzten Tag des wunderschönen Sommerurlaubs beginnt und nicht mehr weggehen wird. Ständige Krankheiten. Erkältung, Magen-Darm, Seitenstrangangina, ständiges Unwohlsein.

Es wird auf die Kinder geschoben. Die Keime aus dem Kindergarten. Ich versuche mit ihm zu reden. Versuche, ihm andere Jobs attraktiv zu machen. Schreibe Bewerbungen für ihn, die niemals abgeschickt werden. Versuche ihm klar zu machen, dass es so nicht weiter gehen kann.

Schuld bin ich!

Ich sei überfordert mit den Kindern. Ich würde das auf ihn projizieren. Das Problem liegt nicht bei ihm. Ihm geht es gut. Was musste ich mir anhören in den letzten zwei Jahren. Wie oft habe ich auf Durchzug gestellt. Wie oft habe ich mir gesagt: „Der, der da gerade spricht ist nicht der Mann, den ich geheiratet habe! Irgendwann wird es besser! ES. WIRD. BESSER!“ Mein Mantra der letzten Monate wurde immer lauter in meinem Kopf, um den Streit, die Gemeinheiten und die Aggressionen auszuhalten.

Dann der große Knall

Eine Entscheidung muss her. Jetzt! Ich schlage sanft noch einmal vor, wie bereits tausend Mal zuvor, dass er doch das letzte Elternjahr übernehmen kann und ich wieder arbeiten gehe. Nicht Vollzeit das erträgt mein Mama-Herz nicht. Aber doch eine recht hohe Stundenanzahl. Um meinen Mann zu retten, um meine Ehe zu retten, um meine kleine heile Familienwelt zu retten.

Er sieht es ein!

Er ist am Boden! Er ist am Ende! Doch ich bin da! Ich, die die ganze Zeit den Kopf eingezogen hat. Die unfaire Anschuldigungen über sich ergehen lassen hat. Die zugesehen hat, wie ihr Mann durch die Wohnung rennt nur um eine Kleinigkeit zu finden, damit er seine Wut, seinen Frust an mir auslassen kann. Ich komme nicht mit Vorwürfen. Nicht mit einem „Ich hab es dir gesagt!“ Nein, da gibt es andere die das unnötiger Weise erledigen werden.

Mit offenen Armen.
Mit einem Lösungsvorschlag.
Mit einem Plan.
Mit Liebe.

Das braucht er. Um sich nicht ganz zu verlieren im Dunkel. In der Ausweglosigkeit. Und ich weiß genau: Bin ich an einem Punkt der Dunkelheit wird es von ihm auch keine Vorwürfe geben.

Er wird da sein.
Er wird stark sein.
So wie ich jetzt.

Und siehe da. Es geht ihm besser.

Er schläft besser. Er träumt wieder. Die Nesselsucht ist verschwunden. Er ist entspannter. Er lacht wieder. Er ist glücklich. Die Neckereien gehen wieder los. Er wird mir zeigen wie easy das ist mit zwei Kindern. Er wird nebenbei das Haus für uns umbauen. Ich lache. Ich freue mich. Es ist so schön! Er wird schon sehen – denke ich mir. Aber Hauptsache er ist glücklich. Ich bin glücklich. Wir sind glücklich. Endlich ist es wieder da. Das Wir, das ich so lange vermisst habe!

Ende

Kennst Du das? Musstet Ihr auch schon doofe Zeiten überstehen? Oder hättest Du Dir das nicht bieten lassen? Wo ist für Dich die Grenze, die im Miteinander nicht überschritten werden darf? Was denkst Du über die Geschichte? Erzähl es gerne. Und wenn Du puepizessin auf Instagram folgen willst, dann klicke gerne hier entlang:

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