Neurodermitis Cremes Tipps im Umgang

Neurodermitis – die besten Cremes, Pflege und Heilungsansätze

*mit vielen Produktempfehlungen weiter unten

Nein, hier gibt es kein Wundermittel gegen die Neurodermitis mit der die Hautkrankheit über Nacht verschwindet. Neurodermitis kann man nicht heilen, aber mit der richtigen Pflege sehr gut in den Griff bekommen. Zumindest ist das bei uns so. Im letzten Jahr haben wir enorme Fortschritte gemacht und ich will hier gerne berichten was uns besonders geholfen hat.

Kinder mit Neurodermitis – die Rolle der Ernährung:

In den ersten Monaten nachdem klar war, dass unser Sohn am atopischen Ekzem leidet und vermutlich Neurodermitis haben wird, haben wir einiges ausprobiert. Manchmal liegt ja eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zugrunde, manchen Menschen hilft auch eine Umstellung auf histaminarmes Essen. Was soll ich sagen: Wir haben bisher noch keinen echten Zusammenhang mit Nahrungsmitteln feststellen können – und wir haben das wirklich zuverlässig und fast pedantisch durchgespielt. Auch dass die Eiweißbausteine in der Muttermilch verantwortlich sein könnten, hat in unserem Fall nicht zugetroffen. Das alles sollte man unter ärztlicher Anleitung aber unbedingt ausprobieren. Manchmal liegt die Lösung nämlich sehr nahe. Helfen kann auch ein Allergietest, der zumindest Hinweise auf die Lösung geben könnte.

Alternative Heilmethoden:

Wir waren bei zwei Homöopathen mit sehr gutem Ruf. Einer ist Kinderarzt, der andere ist ein weit über die Region bekannter Heilpraktiker. Beide haben uns verschiedene Kügelchen verordnet. Der Heilpraktiker hat gleich die ganze Familie behandelt. Außerdem habe ich mit meinem Sohn eine Bioresonanztherapie gemacht. Ich kann nicht sagen, ob eine der Behandlungen tatsächlich einen Erfolg hatte, manche Auswirkungen gibt es ja erst verzögert. Aber zumindest dafür war es gut: Ich hatte das Gefühl etwas zu tun. Denn hilflos daneben zu sitzen und zu jammern: Das wäre nichts für mich gewesen.

Schulmedizinischer Ansatz:

Wir waren zuerst in einer Hautklinik, die leider nicht speziell auf Kinder ausgerichtet war. Dort wurden die heftigen Ekzeme meines Sohnes schnell mit einer starken Cortison-Salbe “weg-gecremt”. Es war der Versuch der Ärzte, dass wenn sich die Haut einmal erholt hat, dass sie dann ihren Zustand behalten könnte. Es hat nicht geholfen. Wenige Tage  zu Hause und mein Sohn sah aus wie vor der Behandlung, obwohl wir zuverlässig weitergecremt haben und genau nach Behandlungsplan vorgegangen sind. Einige Monate später sind wir in eine Kurklinik gefahren, wo mein Sohn im Meerwasser gebadet und mit sanften Cremes behandelt wurde. Vier Wochen in der guten Nordseeluft – das hat eine leichte Besserung gebracht. Zumindest verzögert. Wunder darf man sich davon aber auch nicht erwarten. Vielleicht war es einfach der Sommer oder Glück, dass es sich etwas verwachsen hat. Wir haben dort und seitdem aber sehr viel über die richtige Pflege bei Neurodermitis gelernt und vielleicht auch deshalb die Situation weitgehend im Griff.

Pflege bei Neurodermitis:

Zu unterscheiden sind drei Typen von Pflege: Lotion, Creme und Salbe. Erstere ist sehr wasserhaltig. Creme ist fettreicher und für leicht trockene Haut geeignet. Für sehr trockene Haut benötigt man eine Salbe, die über einen sehr hohen Fettgehalt verfügt.

Basispflege mit Lotion und Creme:

Unser Dauerbrenner ist die Creme von Dr. Hauschka Mittagsblume*. Dr. Hauschka-Produkte sind tatsächlich frei von künstlichen Zusatzstoffen – nicht nur so frei, wie viele werben, sondern wirklich frei! Sie lässt sich sehr leicht auftragen und versorgt dennoch auch trockene Stellen mit Feuchtigkeit. Sie hat einen eigenwilligen Geruch. Ich mag ihn. Aber sicher nicht jeder. Alternativ kann ich Bioderma Atoderm Intensiv Baume* empfehlen. Auch sie ist gut feuchtigkeitsspendend und daher für die Dauerpflege geeignet. Vor allem, wenn die Haut etwas rissig wird, benutzen wir diese Pflege mit einem höheren Fettgehalt gerne. Die Pflege Eau Thermale von Avene * macht sich die Zusammensetzung von Thermalwasser zu nutze. Auch das haben wir sehr gerne, sie geht etwas mehr in Richtung Lotion. Diese Creme ist allerdings die teuerste der genannten. (20 Euro pro 50 ml)

Behandlung der Ekzeme

Was die Ekzeme angeht können wir in unserem Fall zwei Arten beobachten: extrem trockene Verhärtungen und nässende Stellen. An die trockenen Stellen gehen wir mit einer fetthaltigeren Salbe: Dr. Hauschka Potentilla ist sehr gut (gibt es in vielen Apotheken oder Naturkostläden). Achtung: Sie färbt ab. Man sollte den Kontakt mit empfindlichen Klamotten vermeiden. Auch pures Öl (zum Beispiel Nachtkerzenöl von Kneipp*) ist toll. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist auch eine Creme mit Urea (Harnstoff) sinnvoll. Mein Sohn hat darauf schlecht reagiert. Die Ekzeme wurden schlimmer statt besser. Aber er ist für Harnstoff auch eigentlich noch zu jung.

Nässenden Stellen sollte man möglichst fettfrei begegnen. Ich mache dafür feuchte Umschläge mit abgekühltem schwarzen Tee (wegen der Gerbstoffe) oder um Entzündungen vorzubeugen mit Umschlägen mit Kaliumpermanganat Lösung*. Sie desinfizieren und kühlen und nehmen damit den Juckreiz. Nach den Umschlägen creme ich die Haut mit einer ganz zarten extrem wasserhaltigen Pflegelotion ein. Fettige Salben perlen einfach ab und nützen an dieser Stelle gar nichts. In der Apotheke kann man sich da was zusammenmischen lassen. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einer Basislotion mit Triclosan gemacht. Das desinfiziert noch ein bisschen.

Und für unterwegs:

Sind wir unterwegs und ein Schub kommt, habe ich immer ein Sprühfläschchen Thermalwasser, zum Beispiel Roche Posay Thermalwasser* dabei. Es kühlt und lindert den Juckreiz. Allerdings ist es auch unbedingt notwendig, dass die Haut gut gepflegt wird, wenn es verdampft ist, damit sie nicht austrocknet. Trotzdem: Gerade im Sommer ist das Thermalwasser genial.

Für Schübe, die in der Nacht kommen, habe ich immer ein Fläschchen Fenistil neben dem Bett stehen. Das beruhigt den Juckreiz, wenn nichts anderes mehr hilft. Ich benutze es nur im Notfall. Es sorgt dafür, dass der Juckreiz gehemmt wird, denn wenn der Bub erstmal angefangen hat richtig zu kratzen, dann wird es heftig. Fenistil sollte wie alle Medikamente nur unter ärztlicher Aufsicht angewandt werden.

Wundheilung der Ekzeme

Damit Wunden schneller verheilen kann man sie mit einer Mischpaste mit Zinkoxyd bestreichen. Zink ist auch in der Penaten-Creme, die man früher standardmäßig auf Babypopos geschmiert hat. Flächig würde ich es nicht machen, aber damit die Wunden schneller verheilen macht eine Paste mit Zinkoxyd durchaus Sinn.  In der Kurklinik ist mein Sohn mit einer Mischpaste mit Zinkoxyd und Ichtyol – einer so genannten „Stinkepaste“ behandelt worden. Das Ergebnis war für mich persönlich beeindruckend. Das ganze riecht extrem unangenehm, aber hilft wirklich ausgesprochen gut – das haben mehrere Betroffene so beobachtet. Salben oder Lotionen mit Dexpanthenol sollten erst verwendet werden, wenn die Wunde nicht mehr nässt. Man kann sie sich frisch in der Apotheke mischen lassen. Das Rezept kann ein Hautarzt oder ein spezialisierter Kinderarzt ausstellen.

Badewasser: 

Wir machen Salz ins Badewasser, auch wenn ich nicht weiß, ob das irgendeinen Sinn macht. Denn das was am Meerwasser heilend ist, ist nicht nur das Salz, sondern auch die lebendigen Bestandteile des Wassers – so zumindest der Glaube in der Kurklinik. Außerdem müsste man immens viel Salz ins Wasser kippen um den Salzgehalt des Meeres nachzuahmen. Außerdem kommt ins Badewasser: je nach derzeitigem Hautzustand Öl – Nachtkerzenöl oder NEURODERM Mandelölbad*– oder Kaliumpermanganat zur Desinfektion. Und nach dem Bad natürlich: cremen, cremen, cremen!

Um möglichst viel Bade- oder Waschzusatz zu sparen, kann ich außerdem die Reinigung mit den waschies empfehlen, das sind spezielle Mikrofaserlappen, die Dreck aufnehmen ohne dass man ein Reinigungsmittel braucht. Du kannst hier nochmal nachlesen, was die waschies genau sind. Direkt zum Shop geht es hier entlang*

Kleidung:

Wolle und alles, was die Haut irritieren kann ist naturgemäß für Neurodermitiker weniger geeignet. Ideal sind Stoffe aus Baumwolle, Seide oder anderes möglichst glattes Gewebe. Dunkle Stoffe enthalten – vor allem wenn sie neu sind – mehr Farbstoffe. Ich vermeide sie wo es möglich ist. Für die Nacht sind spezielle Neurodermitisanzüge ideal. Sie haben manchmal einen Silberanteil – ob der wirklich nützt, darüber streiten sich die Experten. Schaden tut er nicht. Oder sie bestehen aus speziellen Mikrofaserstoffen. Ihre Nähte liegen außen und die Reißverschlüsse oder Knöpfe sind unterlegt und liegen damit nicht auf der Haut auf. Und was für uns besonders wichtig war: Die Neurodermitisanzüge haben Fäustlinge angenäht, damit beim Kratzen die Fingernägel keinen Schaden anrichten können. Unser Sohn schläft dadurch viel ruhiger. So zum Beispiel sieht ein solcher Anzug aus: Neurodermitis Overall Bluecare® (62/68)

Im Sommer benutzen wir übrigens die Avene Kinder-Sonnenmilch . In der Regel trägt mein Sohn in der Sonne aber UV-Schutzanzüge (wir lieben besonders den von frugi). Die kommen völlig ohne Chemie auf der Haut aus und das lästige Eincremen entfällt. Nur da wo die Haut rausschaut muss man noch cremen.

Wie wir von der Neurodermitis erfahren haben, kannst Du hier nachlesen und welche Sprüche ich mir manchmal anhören muss, findest Du hier.

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