Tee selbst machen – nachhaltiger leben

Nachhaltigkeits-Coach Nadine hat sich für diese Woche ein Thema rausgesucht, das ist so gar nicht auf dem Schirm hatte: Tees. Ich weiß noch von meiner Freundin Charis, dass in ihrer -schon damals in den 90ern sehr nachhaltig lebenden – Familie, sehr viel Tee getrunken wurde. Denn Tee ist leicht im Transort, kostengünstig und sehr ergiebig. Nadine erklärt heute, warum Du Tee nicht kaufen brauchst, sondern wie Du tolle Tees einfach selbst herstellen kannst:

Fremdstoffe im gekauften Tee

Wusstest Du, dass harmlos aussehende Teebeutel kleine Plastikbomben sind, die unseren Kompost nicht in guten Dünger, sondern eine Halde für Mikroplastik verwandeln?
Man kann es kaum glauben, doch die Industrie hat es geschafft, selbst ein Naturprodukt wie Tee mit Plastik zu verseuchen. Auch namhafte Hersteller nutzen neben Zellulose Kunststofffasern, um den Beuteln mehr Stabilität zu verleihen und den Herstellungsprozess zu vereinfachen. Deshalb kompostiere ich die Beutel nicht mehr, sondern entsorge sie im Restmüll.
Zu allem Übel ist der Tee mittlerweile dreifach verpackt. Jeder Beutel wird einzeln kuvertiert, in einen Karton gesteckt und dieser dann zusätzlich mit Folie umwickelt. Vor kurzem bekam ich sogar eine Sorte geschenkt, deren Kuverts auch noch aus Plastik bestanden.

 Um diesem Wahnsinn zu entgehen, gibt es einige einfache Möglichkeiten: 

Gekaufter Tee ohne Plastik

1.    Bio-Tee von Lebensbaum, Alnatura und Co.

Am ehesten achten noch Hersteller von Tee in Bio-Qualität auf eine umwelt-  und ressourcenschonende Verpackung. Caro und Falk von fairlis haben sich bei verschiedenen Tee-Produzenten umgehört.
Die Quintessenz: Bis auf einige Ausnahmen wie z.B. Lebensbaum, Alnatura, GEPA und Goldmännchen verwenden alle Marken Kunststofffasern! 

2.    Losen Tee benutzen

Losen Tee findest Du in vielen Fachgeschäften. Am einfachsten bereitest Du ihn in Kombination mit dem klassischen Teeei, Edelstahlsieb oder einer Kanne mit festem Einsatz zu (zum Beispiel diese hier: ecooe Teekanne ). In den meisten Fachgeschäften oder im Unverpacktladen wird Dir der Tee auch in mitgebrachte Behälter gefüllt. So schlägst du mehrere Fliegen mit einer Klappe und vermeidest Plastikmüll auf der ganzen Linie. 

Tipp zum später Weiterlesen: Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf

3.    Einfach selbst herstellen

Das ist seit Monaten meine absolute Lieblingsvariante: Zero waste, biologisch, regional und klimaneutral. Was könnte das Herz des Teefreundes mehr erfreuen? Wie das geht? So:

Tee selber machen

Die Vorteile von selbst angebautem oder gesammeltem Tee sind überaus vielfältig. Gekaufte Kräutertees sind oft mit Pestiziden belastet, Grün- und Schwarztee gehen nicht selten mit Ausbeutung der Menschen im Anbaugebiet einher und die Transportwege sind alles andere als CO2-freundlich.

Tee aus Gänseblümchen und Wildkräutern ganz einfach selbst machen

Tee selbst machen geht das ganze Jahr über. Dazu sammelst Du einfach die entsprechenden Blätter und Blüten, trocknest sie und mischt sie nach belieben. Diese Kräuter und Blüten sind besonders toll:

Brennesseltee selbst machen

Bevor Du damit startest solltest Du Dir unbedingt Handschuhe anziehen. Zupfe für den späteren Tee die jungen hellgrünen Blätter ab, die an der Spitze wachsen. Den Tee kannst Du entweder mit frischen Blättern aufgießen oder Du trocknest die Blätter. Dazu bindest Du die Blätter zu kleinen Büscheln und hängst diese luftig auf.

Holunderblütentee selbst machen

Um Holunderblütentee selbst zu machen sammelst Du im Frühjahr die komplett geöffneten und aromatisch duftenden Blüten. Sammle die Dolden am besten an heißen Tagen um die Mittagszeit. Da sind die Blüten am aromatischsten.

Hagebuttentee selbst machen

Hagebutten sammelst Du am besten nach dem ersten Frost. Neben vielen leckeren Sachen können daraus auch Tees hergestellt werden. Schneide dafür vor dem Trocknen Stiele und Blütenansätze ab und trockne die Hagebutten entweder locker liegend oder an einer Schnur aufgefädelt.

Kräutertee selber machen

Minze, Melisse, Malve, Spitzwegerich, Thymian und Salbei eignen sich toll, um daraus Tee zu machen. Sammle einfach die jungen Blätter und häng sie an Büscheln gebunden zum Trocknen auf.

Pfefferminztee selber machen

Apfeltee selbst machen

Ihr esst gerne geschälte Äpfel, es gibt Apfelstrudel oder Du hast sonst einen Grund Äpfel zu schälen? Dann heb die Schale am besten gleich auf! Wenn Du die Schale ringsum möglichst in einem Zug abschälst, kannst Du sie danach toll zum Trocknen aufhängen. So landen die wertvollen Inhaltsstoffe von unter der Schale später in einem leckeren Tee.

Tee aus Blüten selber machen

Lindenblüten, Rose, Gänseblümchen, Kamille und Ringelblumen sind toll für Tee geeignet. Sammle die Blüten am besten mit Stielen, damit Du sie leichter aufhängen kannst. Nach dem Trocknen sollten die Stängel entfernt werden. Die puren Blüten lassen sich dann toll zerkleinern.

Rosenblütentee aus selbst gesammelten Blüten

Worauf Du beim Sammeln von Tee achten solltest

Beim Sammeln in der Natur bitte immer darauf achten, dass Du nur einen Teil der Pflanzen pro Standort entnimmst. Falls Du die Kräuter im eigenen Garten anbaust oder bei Freunden erntest ist es schön, einige Pflanzen zur Blüte kommen zu lassen um Insekten anzulocken und mit wertvollem Nektar zu versorgen. Außerdem achte darauf nicht an der allgemeinen Gassi-Runde zuzuschlagen….

Tee trocknen – so geht´s

Das Trocknen geht ganz einfach und mit wenigen Handgriffen. Binde dazu die gesammelten Kräuter zu kleinen Büscheln und hänge sie in einem gut belüfteten und warmen Raum auf. Alternativ können Blüten auch auf einem Backblech getrocknet werden. Professionell geht es mit einer Darre.

Für Eilige bietet sich die Trocknung im Dörrautomat oder Backofen an. Leider verbraucht das nicht nur viel Strom, sondern es ist je nach Kraut auch nicht so einfach, die richtige Temperatur und Zeit herauszufinden. Hier wird Fingerspitzengefühl benötigt!
Im Gegensatz zu Tomaten und Früchten empfiehlt sich das Trocknen in der Sonne nicht für selbst gemachten Tee, da die Gefahr besteht, dass die Blätter verbrennen oder sich die heilsamen und schmackhaften Inhaltsstoffe verflüchtigen.

Wenn alle Blätter und Blüten gut getrocknet sind, rascheln sie. Früchte müssen sehr hart sein, damit sich kein Schimmel bildet. Die Schalen von Äpfeln und Zitrusfrüchten (unbedingt Bio-Ware verwenden und die Früchte dennoch gut waschen), sowie Hagebutten oder getrocknete Beeren werten jede Kreation auf! In Vorratsdosen hält sich dein Tee dann mehrere Monate.

Tee beim Trocknen - Tee aus heimischen Kräutern einfach selbst machen

Tee-Mischung selbst machen

Um eine leckere Wohlfühlmischung herzustellen, gibst du 2-5 Sorten in einen luftdichten und lichtundurchlässigen Behälter, schüttelst kurz und genießt am besten gleich die erste Tasse.

Viele Kräuter haben neben dem Genussfaktor auch noch jede Menge gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe zu bieten! Die nachfolgenden Mischungen verwende ich, um leichtere Beschwerden mit Hilfe der Pflanzenheilkunde zu lindern. Da sich hinter jedem Symptom auch behandlungsbedürftige Erkrankungen verbergen können, bitte im Zweifel einen Arzt zu Rate ziehen. Übrigens müssen Heiltees nach dem Aufbrühen abgedeckt werden, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben!

Selbst gemachter Tee bei Beschwerden

  • Zur Abwehr einer Erkältung: Lindenblütentee, um sich nach einem Herbst- oder Winterspaziergang wieder aufzuwärmen, wenn man völlig durchfroren ist. Die Blüten wirken wärmend und schweißtreibend und schmecken richtig gut.
  • Wenn sich die Erkältung bereits eingenistet hat: Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung jeweils 1 Teelöffel getrockneten Thymian und Salbei mit kochendem Wasser aufgießen und über den Tag verteilt trinken. Zugegeben, das schmeckt ziemlich herb, hilft mir aber sehr gut. Ein Löffel Honig macht die Sache deutlich erträglicher.
  • Bei Fieber: Zur Unterstützung der körpereigenen Selbstheilungskräfte haben sich Holunder- und Lindenblüten bewährt. Mädesüß enthält denselben Wirkstoff wie Aspirin und wirkt leicht fiebersenkend und schmerzstillend.
  • Bei Husten: Gegen Reizhusten hilft getrockneter Spitzwegerich, vor allem in Kombination mit Malvenblüten und Gänseblümchen. Etwas Linden- oder Holunderblüten zur Geschmacksverbesserung und Linderung der üblichen Erkältungsbeschwerden schaden nicht! Zur Schleimlösung eignet sich Thymian hervorragend. Da mir reiner Thymian nicht schmeckt, mische ich diesen immer mit Gänseblümchen und Pfefferminze.
  • Magen- und Bauchschmerzen: Hier haben sich Pfefferminze und Kamille bewährt. Wem das zu fade ist, der peppt mit Blüten oder Apfelschalen das Aroma auf.
  •  Zur Beruhigung und für einen guten Schlaf: Zitronenmelisse und Lavendel versprechen Ruhe nach aufregenden und stressigen Tagen. Allerdings bekommt der Tee leicht einen seifigen Geschmack, sobald man zu viel Lavendel verwendet hat.

Extratipp

Meine getrockneten Schätze verarbeite ich übrigens nicht nur zu Tee, sondern nutze sie natürlich auch zum Kochen und Dekorieren von Speisen. Das Potpourri von Lavendel-, Rosen- und Malvenblüten macht sich gut als essbare Deko oder zur Beduftung von Bad und Wohnzimmer.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Experimentieren und Genießen!

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