Wutanfälle - Trotzanfall bei KLeinkindern

Wutanfälle bei Kleinkindern – mit dem Trotzanfall souverän umgehen

Blicke ich auf die ersten Jahre meiner nun vierjährigen Tochter zurück, muss ich sagen: Wir haben vieles richtig gemacht. Die Kleine ist clever, charmant und hat meistens gute Laune. Abgesehen von ihren vor allem in der Nachbarschaft schon berüchtigten Wutanfällen (auch Trotzanfall genannt). Geht etwas nicht nach ihrem Kopf – und dabei handelt es sich in der Regel um Kleinigkeiten – rastet sie aus. Das kann schon mal eine halbe Stunde dauern, in der sie heulend und schreiend auf dem Boden liegt, in Gegenstände beißt oder ähnliches. Zum Glück ist in den letzten Monaten eine deutlich Besserung eingetreten und ich lasse Euch gerne an den positiven Veränderungen teilhaben.

So hat das mit dem Trotzanfall begonnen:

Angefangen hat es schon mit einem Jahr. Bekannte Supermarkt-Ausraster hatte sie genauso wie Ausflipper aus heiterem Himmel. Fragen und Aufforderungen wie: Könntest Du bitte Deine Socken anziehen? Oder: Komm, wir steigen aus dem Auto aus! führten regelmäßig zu dramatischen Szenen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die meiste Zeit einfach alle um sie herum spuren und tun, was sie sagt, oder ob sie einfach ein sehr durchsetzungsstarkes Mädchen ist. Mein sonst so liebes Kind wirft sich bei einem solchen Anfall auch gerne mitten auf die Straße, sie spukt und schlägt um sich, beschimpft alle um sich herum, kündigt Freundschaften und kreischt Sätze wie: “Ich such mir eine neue Familie!” oder “Das tut mir so schrecklich weh!” (Obwohl tatsächlich gar nichts wehtun kann). Sie ist clever und weiß, wie man Aufmerksamkeit auf sich zieht. Trotzdem kann ich ihr wegen der Anfälle keinen Vorwurf machen. Manchmal sind Gefühle einfach zu überwältigend.

Wutanfälle sind das normalste der Welt – Kinder brauchen sie zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit

Trotzphasen in diesem Alter sind normal, aber an die Nieren und auf die Nerven gehen solche sinnlosen Aktionen trotzdem. Und es heißt doch immer: Wir können an den Kindern soviel rumerziehen wie wir wollen, am Ende werden sie doch wie wir selbst. In solchen Momenten verzweifle ich an diesem Satz, denn sicher: Ich hab mich schon mal im Ton vergriffen, aber so rumgeschrien hab ich sicher noch nie. Geschweige denn all die anderen Dinge.

Wie ich mit einem Trotzanfall umgehe

Ich versuche Verständnis zu haben. Schließlich stelle ich mir die Wut vor wie eine Welle, die meine Tochter ergreift und mitreißt. Sie mag es ja selbst nicht. Legendär ihr Satz im vorletzten Sommer, als sie einmal schrecklich schreien und weinen musste. Ich habe versucht sie zu beruhigen. Mit voller Kraft schrie sie: “Mama, lass mich doch mal in Ruhe. Ich muss erst fertig bocken!” Das nehme ich seither ernst und kann es nur allen anderen wutgeplagten Eltern empfehlen: Manchmal muss der Ärger einfach raus. Kinder sind noch nicht in der Lage, sich selbst ausreichend zu regulieren. Da heißt es: Geduld haben und abwarten. Aber natürlich auch abrufbereit sein. Denn früher oder später kommt sie immer angerannt und will getröstet werden.

Unsere Taktik um den Trotzanfall zu überwinden

Wir haben eine gute Taktik entwickelt, damit sie es schafft, sich zu beruhigen. Am Anfang musste ich ihr dabei noch viel helfen. Heute klappt es immer mehr von selbst: Wir zählen die Wut weg. Sie versucht, kurz aufzuhören zu weinen und dann bis zehn zu zählen. Durch die kleine Ablenkung eröffnet sich ein Weg, den das Kind aus dem Jammertal gehen kann. Richtige Ablenkung halte ich für den falschen Weg. Das Kind soll sich  ja mit seiner Traurigkeit auseinandersetzen und die Wut nicht verdrängen. Aber ein kleiner Cut – und mehr ist das zählen nicht – hat bei uns stets recht zuverlässig dazu geführt, dass die Selbstregulierung geklappt hat und wir das Thema, das sie gerade bewegt hat, in Ruhe besprechen konnten.

Bei meinem zweiten Kind, das unlängst das Licht der Welt erblickt hat, möchte ich Szenen wie die oben beschrieben vermeiden. Nein… Bei diesem Satz muss ich jetzt schon lachen! Aber ich bin vorbereitet und nehm´ es mir nicht so zu Herzen. Wut gehört zum Größerwerden eben auch dazu.

Viele weitere Tipps und auch sinnvolle Erklärungen, die einem die Notwendigkeit der Trotzanfälle näherbringen findest Du zum Beispiel beim gewünschtesten Wunschkind.

Wutanfälle bei Kleinkindern

 

 

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