Nachhaltiger Umgang mit uns selbst: Unsere Tipps für Mama-Auszeiten

Mama zu sein ist wunderschön. Wahrscheinlich das erfüllendste aller Gefühle. Aber auch unendlich anstrengend. Ich hatte harte und sehr anstrengende Jobs in meinem Leben. Und dennoch bringt mich diese Mama-Aufgabe manchmal an meine persönliche Belastungsgrenze. Das geht vielen Mamas so: Weil wir uns aufopfern….. Woher der Stress rührt, den uns das Mama-Leben macht, ist mir neulich in einem Gespräch mit Anja (die auf www.lebenistansteckend.de bloggt) besonders bewusst geworden: Es ist die Fremdbestimmung. Sobald wir Kinder haben, können wir nicht mehr alleine bestimmen. Wir geben Kontrolle aus der Hand. Wir können nicht einfach kündigen. Werden die Kinder krank, fällt alles andere hinten runter. Sind sie schlecht gelaunt, muss ich damit leben. Ich muss geduldig und fair sein, weil das mein Anspruch an mich selbst ist. Ich muss funktionieren. Ob ich will oder nicht. Das ist der Punkt, der mich an der Mutterschaft manchmal mürbe macht; der mir die Kraft raubt.

Die “Tu Dir etwas Gutes”-Blogparade #tudiretwasgutes

Natalia (www.simplylovelychaos.de) hat eine Blogparade ins Leben gerufen in der es darum geht, wie man sich als Mama Auszeiten schaffen kann. Hier kommt mein Beitrag und unten schreibt Charis (die sonst hier auf Kinderleute vor allem über Nachhaltigkeit bloggt) wie gut ihr eine kleine Pause getan hat:

5 Ideen, um sich als Mama im Alltag etwas Gutes zu tun:

1. Etwas Eigenes schaffen

Mir tut meine Arbeit unendlich gut. Aber es kann auch ein Hobby sein, nähen, stricken oder einen Blog schreiben. Etwas zu schaffen, bei dem man Ergebnisse sieht, das ist so wertvoll. Stolz darauf zu sein, dass etwas gelungen ist, das tut dem Selbstbewusstsein gut. Jede Mama kann das gebrauchen. Denn seien wir ehrlich: Sich um Kinder und Haushalt zu kümmern ist recht undankbar. Kinder sind nicht dazu da, unsere Erwartungen zu erfüllen. Wir sollten lernen unser Selbstbewusstsein aus etwas anderem zu ziehen. Ich glaube das tut im Alltag sehr gut und nimmt den Druck raus.

Auszeit für mama - schaff Dir etwas Eigenes - Tu Dir was Gutes2. Hilfe annehmen

Ich weiß, dass es für viele Eltern schwer ist ein Netz aufzubauen. Vor allem für Alleinerziehende. Dennoch: Oft liegt die Hilfe auch in der Nähe und man muss sie einfach annehmen. Sich mit Freunden zusammenschließen, damit die Kinder abwechselnd betreut werden, sich eine Leih-Oma suchen oder eine Putzhilfe: Ich weiß, dass das manchmal nicht geht. Oft geht es aber doch. Wir Mamas neigen dazu, Alles alleine schaffen zu wollen. Aber das ist in den allermeisten Fällen gar nicht notwendig. Hilfe annehmen ist keine Schwäche, sondern äußerst sinnvoll. Auch die Kinder werden sich über eine entspanntere Mama freuen.

3. Blickwinkel ändern

Als ich noch keine Kinder hatte und den ganzen Tag im Büro saß, konnte ich nicht tagsüber in der Sonne sitzen und den Kindern beim Spielen im Garten zuschauen. Ich konnte auch nicht nachmittags mit einer Freundin Kaffee trinken. Wenn ich mich abends kaputt und müde gefühlt habe, ist auch kein Kind gekommen, hat mir Spielkaffee in seiner Kinderküche gekocht und sich an mich gekuschelt. Natürlich ist das Leben mit Kindern oft anstrengend, es ist undankbar und es kommt selten was zurück. Außer vielleicht vollgerotzte Taschentücher. Aber in ein paar Punkten ist mein Leben auch im Alltag durch unsere Familiensituation entspannter geworden. Mein Leben ist entschleunigt. Die Kinder lehren mich so viel. Und das genieße ich. Jeden Tag.

Sich bewusst zu machen, dass der empfundene Stress oft schlicht daran liegt, dass wir durch die Kinder ein Stück unserer Selbstbestimmung abgegeben haben und sich gleichzeitig bewusst zu machen, dass mit jedem Tag mehr Selbstbestimmung zurück kehrt: Das tut mir gut und hilft mir dabei, die temporäre Fremdbestimmung durch meine Kinder zu akzeptieren. Ich nehme und genieße Auszeiten dann, wenn sie eben da sind. Auf dem Spielplatz, im Kindercafe, beim Autofahren. Das tut mir gut. Ich lade meie Akkus auf, wenn die Kinder beschäftigt sind. Und das sind sie eigentlich recht oft.

4. Me-Time

Von der Arbeit direkt zum Kindergarten? Abends noch stundenlang schrubben, wenn die Kinder im Bett sind? Einen Scheiß muss ich! Sich selbst aufzuopfern für etwas, von dem wir glauben, dass die Kinder es brauchen – das macht nun wirklich überhaupt keinen Sinn. Zwischen Arbeit und Kindergarten im Lieblingscafe einen Zwischenstopp machen, vor dem ins Bett gehen noch in Ruhe einen Tee auf dem Balkon statt schon Frühstück vorbereiten: Die Kinder werden deshalb nicht unglücklicher. Mamas aber sicherlich entspannter.

5. to do to do to do, to do to do to do

Das Pink Panther Theme kennst Du bestimmt. Das ist es was man mit to dos machen sollte: Singen! Erledigungen sind auch morgen noch da. So ein Lied macht viel mehr Spaß;-D Und weil das jetzt kein richtiger Tipp war, sondern nur etwas gute Laune gibt Charis noch einen Tipp dazu….. schau mal unter dem Video…..

Und Charis: Was hat Nachhaltigkeit mit Mama-Auszeiten zu tun?

Liebe Katharina,

Nachhaltigkeit ist ja momentan mein großes Thema. Schonender mit unserer Umwelt umzugehen, nicht mehr verbrauchen als nachwächst, also regeneriert werden kann – das sollte unser aller Ziel sein.

Moment mal, bedacht und bewusst mit wertvollen Ressourcen umgehen, schön und gut. Aber wie ist das denn mit meinen Ressourcen? Mein Umgang mit mir selbst, ist der denn schonend? Ich muss ehrlich sagen: Meistens nicht.

So ein Baby ist eben `ne (schwere) Handvoll zu tun. Und die Nächte sind weniger zum Schlafen, mehr zum Kuscheln, Stillen, Tragen da. Logisch, dass man da schnell an die Grenzen seiner Kräfte kommt. Im Idealfall teilt man sich diese kräftezehrenden Aufgaben mit dem Papa. Wir haben da ein besonders wunderbares Exemplar abbekommen. Der übernimmt ganz viel Haushalt und Baby.  Außerdem hat er sechs Monate Elternzeit, damit Mama auch wieder ein bisschen arbeiten kann. Alles geritzt also mit den Kraft-Ressourcen bei uns?

Nicht ganz. Und das ist meine Schuld. Ich glaube, es gibt viele Mamas denen es ähnlich geht: Ich will, dass es allen gut geht. Wenn ich also vom Arbeiten komme, nehme ich dem Liebsten das Baby ab, damit er zum Sport kann, oder ein bisschen Computer spielen. Den kompletten Haushalt will ich ihm auch nicht überlassen. Statt zu entspannen, ein Buch zu lesen, oder einfach sinnlos vor dem Fernseher zu sitzen, greif ich also lieber zum Staubsauger und Wäschekorb, wenn das WunderBabyTerrorMädchen mal schläft.

Und manchmal ist dann alles ein bisschen zuviel. Nicht nur die Müdigkeit. Irgendwie steh ich dann da und frag mich: Wo bin eigentlich ich geblieben? Arbeiten macht mir unglaublich Freude, meine Familie auch. Aber darf ich auch mal kurz nur Ich sein?

Die Antwort ist: Ich darf! Ich nehme das nur zu selten in Anspruch.

Heute hat der Liebste noch vor mir gemerkt, dass ich mal Zeit für mich brauche. Er hat sich das WunderBabyTerrorMädchen geschnappt und ist lange raus mit ihr. Nicht ohne mir vorher zu sagen, dass ich was Schönes für mich machen soll. Was ich gemacht habe? Ich hab geschlafen. Und das war wunderbar.

Mein erster und wichtigster Tipp für alle Mamis und Papis, denen es ähnlich geht:

Nehmt euch selber wichtig! Geht schonend mit euren Ressourcen um! Tankt zwischendrin immer wieder auf! Regeneriert euch! Das ist nachhaltige Elternschaft, denn eure Kinder haben auch am liebsten glückliche und entspannte Eltern.

Das bedeutet natürlich konkret: Hilfe annehmen! Lasst euch unterstützen. Vom Partner, oder eben, wer hat, von Großeltern, Freunden, Babysittern etc. Plant Auszeiten für euch ein! Und schreit „Hilfe!“ bevor es zu spät ist. Solche Hilfe kann die unterschiedlichsten Formen haben: Die Freundin, die ausgiebig mit uns Kaffeeklatsch betreibt, auch wenn da ein Wuselbaby dazwischen funkt. Der Opa, der das Kind mal um den Block schiebt, damit Mama mal in Ruhe duschen darf. Der Besuch, der Kuchen mitbringt, und vielleicht bevor er geht noch schnell die Spülmaschine einräumt und anschmeißt. Der Freund, der sich am Telefon mein Gejammer anhört. Die Schwester, die per Smartphone immer mit Trost und gutem Rat zur Verfügung steht. Das Essen, das ins Haus bestellt wird, statt selbst gekocht …

Das möchte ich allen Mamis und Papis zurufen: Hoch die Beine! Akkus aufladen! Regenerierte Eltern braucht das Kind!

Mit entspannten Grüßen,

Deine Charis

Achtsam sein mit den eigenen Ressourcen - so können sich Mamas Auszeiten schaffen Achtsam sein mit den eigenen Ressourcen - so können sich Mamas Auszeiten schaffen Achtsam sein mit den eigenen Ressourcen - so können sich Mamas Auszeiten schaffen

4 Gedanken zu “Nachhaltiger Umgang mit uns selbst: Unsere Tipps für Mama-Auszeiten

  1. Liebe Katharina,

    ein wunderbarer Artikel, der mit viel Liebe und Augenzwinkern einlädt, sich selbst über der schönsten Sache der Welt nicht zu vergessen 😉

    … und: Soooo schön, dass wir uns an diesem Winterabend in Nürnberg über den Weg gelaufen sind!!!!

    Von Herzen
    Anja

  2. So wahr, so wahr!
    Mangelnde Selbstbestimmung, mangelnde Wertschätzung und die häufige Isolation sind auch für mich die drei besonderen Aspekte, wenn es um Burnout bei Müttern geht. Es geht also um Glaubenssätze, um Selbstliebe und um artgerechtes Mamasein!
    Danke für Deinen Artikel und schade, dass ich die Blogparade erst heute entdeckt habe, sonst hätte ich mich auch gerne beteiligt!

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