Quadradies – wie meine Oma in der Kunst weiterlebt

Als Kind hab ich viel Zeit bei meinem Großeltern Heinz und Ev Schnauder verbracht. Sie haben mit zur Familie gehört. Wir haben mit meinen Großeltern nicht nur im gleichen Ort in Thurnau gelebt, sondern meine Eltern haben auch in der Töpferei meiner Großeltern gearbeitet und diesen später übernommen. Ein großes Team eben.

Eveline-Maria Schnauder – EMS

Ich habe viele Erinnerungen an meine Großeltern. Wunderschöne Erinnerungen. Und viele davon drehen sich um Kreatives. Meine Großeltern hatten eine Töpferei (ems) und haben in Oberfranken und darüber hinaus viele Projekte gestaltet. In öffentlichen Gebäuden, in Schulen und Altenheimen sind Wandgestaltungen, Brunnen und vieles mehr zu finden. Und dann haben die beiden noch gemalt und gezeichnet. Ich bin mit meinen Großeltern immer in den Osterferien zwei Wochen in die Schweiz gefahren. Zum ersten Mal als ich gerade 5 Jahre alt war. Später kam meine Schwester auch mit. Und auch dort im Urlaub: Wenn ich an meine Oma denke, dann malt sie in meinen Gedanken. Ihre Aquarellfarben, Wachsmalstifte und ihr spezielles Papier hatte sie immer dabei. Sie hat Landschaften gemalt und Blumen und Berge.

Kringel, Form und Farben – Kunst für Kinder

Wenn sie mit uns gespielt hat, dann hatte es auch meistens mit Malen zu tun. Ich kann mich an tausende Kringel erinnern. Wir liebten Kringel. (oder sagt man da Spiralen? – meine Oma nannte sie jedenfalls Kringel). Wir malten kleine Kringel und große Kringel. Immer möglichst eng, aber so, dass sich der Strich nicht berührte. Das war sowohl beruhigend als auch echt herausfordernd. Wie sich meine Oma mit uns freute, wenn wir einen Riesen-Kringel geschafft haben. Kringel sind einfach super. Ich male sie noch heute gerne. Ich selbst habe keinerlei künstlerisches Talent, aber wie beruhigend und einfach zufriedenstellend Formen und Farben sein können, das kann ich total nachvollziehen. Aber ich schau es mir gerne an.

Für Eveline-Maria Schnauder war Kunst ihr Ein und Alles. Das Malen war ihr Leben und das Mittel um sich selbst Ausdruck zu verleihen. Mit Formen und Farben zu experimentieren und sie immer neu zusammenzufügen – das konnte sie wirklich gut. Sie hat gewusst was sie macht. Die Grundlage – das Handwerkzeug – war ihr sehr wichtig. Sie konnte auch toll realistisch malen. Doch ihre fantasievollen Gemälde, in denen so viel Tiefe steckt hab ich besonders gerne. Ich weiß, dass die meisten davon ihren Garten abbilden. Auf die eine oder andere Art. UNd ich freue mich, dass gerade diese traunhaften, paradiesischen BIlder nun weiter vermarktet werden.

Quadradies – Paradies im Quadrat

Mein Onkel Axel Schnauder und seine Lebensgefährtin Andrea Herrmann haben unlängst ein Atelier eröffnet, in dem Bilder meiner Oma Eveline-Maria Schnauder – kurz ems – ausgestellt sind. Als mein Onkel mir neulich von seiner Idee erzählte, fand ich das gleich mega. Axel hat die Bilder am Computer quadratisch zugeschnitten und verkauft nun Drucke der schönsten Motive. Total praktisch auf Leinwand oder mit goldenem Rahmen fügen sie sich wirklich schön ein. Und deshalb hab ich einige davon auch bei uns zu Hause aufgehängt. Sie zeigen ein buntes Paradies. Ich mag die Bilder: Fröhlich, tiefgründig, frisch und individuell. So eben wie meine Oma war. Ihre Persönlichkeit steckt ein Stück weit in diesen Bildern. Neben dem Atelier in Thurnau, in dem Haus, in dem meine Oma gelebt und gearbeitet hat, gibt es sogar einen Onlineshop! Schau mal vorbei, wenn Du magst: https://www.quadradies.shop/

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