Selbständig als Mama: Erfolgsgeschichten und acht wertvolle Tipps für Durchstarterinnen

Wenn man eine neue Idee hat, dann denkt man man könnte die Welt einreißen. Ich liebe dieses Gefühl – voller Tatendrang und Begeisterung. Du machst Pläne und alles kommt dir so unsagbar logisch vor. Ich hatte das schon ein paar Mal. (Zum Beispiel als ich den Blog gestartet habe oder als ich mit 31 und hochschwanger nochmal angefangen habe zu studieren) Manche Ideen und Visionen habe ich umgesetzt. Bei Manchem habe ich dann aber auch gemerkt, dass es eben doch nicht so einfach ist wie gedacht. Und so geht es vielen Menschen – übrigens besonders vielen Müttern.

Dawanda-Shops – MamabloggerSelbstnähTrageberatungsSchmuckdesign-einFrauBetriebe schießen zahlreichst aus dem Boden. Weil – das ist meine ganz eigene Theorie – Frauen in dieser aufwühlenden Umbruchszeit so voller Ideen und voller Lust und Freude und Tatendrang sind. Viele dieser start-ups verschwinden schnell wieder. Aber Manche schaffen es eben doch. Das liegt an ihrem guten Konzept, an etwas Glück, an sich-gegenseitig-helfen und an viel harter Arbeit. Und weil ich mit meinem Blog nun auch einige Menschen erreiche und ich mich riesig darüber freue, dass Menschen meine Arbeit schätzen, will ich heute zweierlei: Zum Einen  will ich Dir gerne drei Frauen vorstellen, die ebenfalls eine Vision hatten und haben und diese immer weiter verfolgen. Und zum anderen bekommst Du unten auch ein paar Tipps, wie es gelingt, selbst auch – mit Familie – sein eigenes Business zu gründen.

Minouki – Sylvia Manhart

Sylvia find ich persönlich richtig cool. Sie produziert und vertreibt etwas von dem ich nie gedacht hätte, dass man es überhaupt brauchen würde. Aber mittlerweile hab ich uns selbst damit eingedeckt: Nachhaltig produzierte und richtig stylische Heftumschläge.

Heftumschläge brauchen Kinder in der Schule – jede Farbe steht für ein Fach. So finden die Kinder die richtigen Hefte leichter in der Tasche und die Hefte sind geschützt. Bisher gab es diese Umschläge aus Plastik oder – wenig stylish und auch nur selten – aus einfarbigem Recyclingpapier. Auch Stoff (die sicherlich teuerste Variante) hab ich entdeckt.

Als Sylvias ältestes Kind in die Schule kommen sollte, hat sie sich ziemlich geärgert darüber, wie viel Müll da zusammenkommt und noch dazu, wie hässlich Plastikumschläge sind. Da kam sie auf die Idee: Da mach ich selbst welche. Sylvia hat also tolle Muster entworfen und Hefthüllen produzieren lassen. Drucken lässt sie sie in einer zertifizierten Öko-Druckerei in Andechs. “Umweltschutz steht ja auch im Lehrplan – da dann auf Plastikhüllen zu setzen wäre nicht gerade konsequent”, so Sylvia. Natürlich kosten die Hüllen ein paar Cent mehr als die alten Plastikvarianten, aber für Schulklassen gibt es Sonderpreise und ich persönlich finde: Die Preise sind weniger hoch als ich erwartet hätte: Die kleinen Umschläge kosten 1,55 Euro, die Großen 1,65 Euro.

In Sylvias eigenem Onlineshop findest Du alle Umschläge, die sie anbietet. Freu Dich im Sommer schon auf ein tolles Gewinnspiel hier auf Kinderleute!

Was wir von Sylvia lernen können

Minouki Heftumschläge

Sylvia glaubt an ihr Projekt. Sie hat die Umschläge drucken lassen und stand zeitweise zu Hause zwischen jeder Menge voller Kartons, die verkauft werden wollten. Noch heute weiß sie nicht, ob sich die Hefthüllen durchsetzen. Auch dass ein großes Unternehmen kommt und ihr die Idee wegschnappt, kann natürlich passieren. Doch Sylvia sieht nicht die Schwierigkeiten, sondern sie folgt ihrem Herzensprojekt. Und darauf kommt es an.

Waschies – Carolin Schuberth

Auch diese Idee ist mehr aus Zufall entstanden und kommt von einer Frau voller Tatendrang.

Carolin Schubert Waschies

Um ein neues Projekt zu starten, muss man davon begeistert sein und brennen für die Idee. So ging es auch Carolin Schuberth. Sie betreibt eine Werbeagentur in Kulmbach. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter vor drei Jahren war sie auf der Suche nach einer guten Art, die Babyhaut zu reinigen. Schließlich litt ihre große Tochter an Neurodermitis – genau wie mein Sohn. “Ich wollte einen Stoff, der nicht so viele schlechte Stoffe auf die Haut bringt, nicht so viel Müll produziert, wiederverwendbar ist und ohne Weichspüler weich bleibt.” erzählt Carolin.

Sie fragte bei einer Weberei in der Gegend an – der STVW Velourweberei Gundlik in Stammbach- und fand den perfekten Stoff. Ihre Schwiegermutter nähte aus dem Stoff praktische Waschlappen. Carolin verteilte diese fleißig an Freunde und Bekannte, denn sie hatte gleich 200 Meter auf einmal kaufen müssen. Und da reifte nach und nach die Idee: Das müssen wir auf den Markt bringen. Ein Produkt, das so toll ist und auch noch in der Region gefertigt. Nicht irgendwo in China, sondern richtig hier bei uns in Oberfranken.  Zwei Jahre ist das jetzt her. Wahnsinn, oder? Wie lange das dauert….. dutzende Versuche, verschiedene Stoffe, unterschiedliche Formen,und noch mehr Testläufe. Und jetzt endlich sind sie perfekt: Die waschies.

Der Stoff wird in Stammbach hergestellt und von Näherinnen aus der Familie zu praktischen und wunderbar weichen Waschlappen genäht. Ein tolles Projekt, das aber auch zeigt: So einfach, wie es oft aussieht ist es nicht. Es ist langwierig, es gibt Hürden und es kostet viele Nerven.

Und wo steht Carolin Schubert heute mit ihren waschies?

“Wir haben den Markenschutz und Designschutz beantragt und wir haben das ÖKO TEX Label Standard 100 für alle Farben, das heißt, dass  die Fasern auch wirklich ohne jegliche Schadstoffe sind. Jetzt haben bei uns schon Hautärzte und Kinderläden und auch Apotheken bei uns bestellt und alle sind total begeistert von den „waschies“. Jetzt freu ich mich, dass die „waschies“ nach dem Erhalt des ÖKOTEX Labels auch bei „Jako-o“ zu bestellen sind. Ich wünsche allen Mamas und Papas weiterhin ganz viel schöne Momente mit Ihren Kleinen und hoffe, dass ab sofort mit den „waschies“ das Baden und Mundabwischen noch einfacher wird.”

Wenn Du jetzt neugierig geworden bist: Hier kannst Du die waschies anschauen oder gleich bestellen.

Jana Heinzelmann – Mamanehmer

Jana Heinzelmann hat ziemlich viel Erfahrung was Social Media und Onlinebusiness angeht. Statt in einer Festanstellung arbeitet sie heute selbständig und unterstützt besonders Mütter auf ihrem Weg zum eigenen Business. Sie macht Einzelberatungen und gibt uns heute außerdem fünf Tipps, die Mamas generell auf dem Weg in die Selbständigkeit beachten sollten. Ich habe noch drei ergänzt, die ich persönlich nach einigen Jahren Selbständigkeit geben kann:

Fünf Tipps von Jana auf dem Weg in die Selbständigkeit als Mama

  1. Habe ein konkretes Ziel

Einfach so vor sich hinarbeiten, ohne zu wissen wofür? Das macht wenig Sinn! Bevor Du mit Deiner Selbstständigkeit loslegst, formuliere für Dich selbst ein konkretes Ziel, dass Du erreichen möchtest. Drucke es Dir am besten aus und hänge es Dir irgendwo auf, wo Du es jeden Tag sehen kannst, damit es Dich immer wieder daran erinnert, wofür Du etwas tust!

Leseempfehlung: Ein gutes Ziel

Vor allem an Tagen, an denen gefühlt alles schief läuft, ist das Gold wert!

  1. Finde einen ruhigen und ungestörten Ort für Dich zum Arbeiten

Arbeiten zwischen schmutziger Wäsche, lärmenden Kindern und anderen Menschen, die Deine Aufmerksamkeit einfordern? Keine gute Idee! Such Dir stattdessen einen Ort, an dem Du für eine gewisse Zeit ungestört arbeiten kannst und kommuniziere vor allem auch ganz klar, dass Du nicht gestört werden möchtest!

  1. Nimm Dir nicht zu viel vor

Ich sehe es immer wieder und auch ich bin ganz lange in diese Falle getappt: Endlos lange To Do Listen. Nicht nur überfordern sie uns schon beim bloßen Anblick, sie bringen auch weder Struktur und Ordnung in unser Leben noch fördern sie unsere Produktivität.

Ganz anders dagegen: Nimm Dir eine Sache als Top-Priorität heraus. Wenn Du nur diese eine Sache schaffst, dann war der Tag schon ein Erfolg! Natürlich solltest Du bei dieser Sache immer etwas wählen, was Dich wirklich weiterbringt!

Nimm Dir noch 1-2 weitere Dinge mit auf die Liste, die Du möglicherweise machen möchtest, sollte der Tag wirklich gut laufen.

  1. Lerne „Nein“ zu sagen

„Schatz, kannst du mal eben…?“

„Wie wäre es mit einem spontanen Kaffee?“

„Mama, ich brauche noch…“

Egal wie gut Du kommunizierst, dass Dein Tag nur 24 Stunden hat und egal wie sehr du betonst, dass du tatsächlich arbeitest, wenn du zu Hause bist, es wird immer wieder Menschen geben, die das vergessen oder einfach nicht verstehen wollen. Lerne deshalb ganz klar nein zu sagen, wenn es Deine Pläne zunichte macht. Außer natürlich, es handelt sich um einen Notfall. In 99% aller Fälle ist das aber wahrscheinlich nicht der Fall.

Stehe zu Dir und den Versprechen, die Du Dir selbst gegeben hast! Andere kommen auch mal eine Weile ohne Dich aus!

  1. Ruhe bewahren

Es klappt mal wieder alles nicht so, wie es geplant war? Ganz normal! Das Leben mit Kindern ist einfach nicht zu 100% planbar. Wichtig ist, dass Du Ruhe bewahrst und Dir klar machst, dass davon die Welt nicht untergeht. Du wirst trotzdem ans Ziel kommen, vielleicht nur mit ein paar Umwegen und ein klein wenig später als geplant – so what!?

Hier erreichst Du Jana, wenn Du magst:

Blog: www.mamanehmer.de
Instagram: www.instagram.com/mamanehmer
Facebook: www.facebook.com/mamanehmer
Facebook Gruppe: https://mamanehmer.de/Community
YouTube: www.mamanehmer.der/YouTube

Und ich darf noch drei Punkte ergänzen, die ich persönlich Neu-Selbständigen auf den Weg geben kann:

  1. Eine ehrliche Abrechung

Die Kosten einer Selbständigkeit sind nicht zu unterschätzen: Versicherungen, Steuern, rechtliches und Buchhaltung. Das alles solltest Du beachten und für Deinen Bereich genau kennen, bevor Du Dich selbständig machst.

2. Basis und Kür

Arbeiten ist nicht gleich arbeiten, wenn es um die Selbständigkeit geht. Ich habe immer ein paar Projekte, die wenig Geld bringen, aber zuverlässig sind. Gleichzeitig gibt es einige Projekte von denen ich glaube, dass sie ganz toll werden können  – theoretisch und irgendwann, die aktuell aber noch nichts oder nur wenig abwerfen. Beides kann und sollte parallel laufen. Das ist zumindest meine Erfahrung. So kannst Du auch Durststrecken gut überstehen. Denn die gibt es in jedem Business.

3. Nicht verunsichern lassen

Andere schaffen es immer höher, schneller, weiter? Das kommt einem zumindest so vor, weil man ja immer nur die sieht, die es schon geschafft haben. Auf jede erfolgreiche Influencerin, Unternehmerin oder Autorin kommen viele, viele andere, die nur im Mittelfeld schwimmen. Nicht jeder wird mit seiner Idee eines Tages weltberühmt. Und das macht auch gar nichts.

Willst Du Dich auch selbständig machen? Womit denn?

 

 

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