Mein Kind will nicht einschlafen: Mögliche Fehler bei der Einschlafbegleitung

Kinder werden bei der Einschlafbegleitung sanft ins Bett gebracht. Eine liebevolle Umgebung sorgt dafür, dass sich das Kind geborgen fühlt und in Anwesenheit einer vertrauten Person ohne Weinen Einschlafen kann. In der Theorie klingt das wunderbar romantisch. Tatsächlich aber sitzen viele Eltern stundenlang am Bett des Sprösslings bis der kleine “Quälgeist” endlich schläft und sind am Ende nur noch genervt. Abend kaputt, Eltern gestresst, Kind übermüdet. Über die Jahre habe ich einige Faktoren ausgemacht, die dafür verantwortlich sein können, dass das mit der Einschlafbegleitung einfach nicht klappt.

Hilfe, mein Kind schläft nicht

Schlaf ist ein sehr sensibles Thema. Es gibt einige Faktoren, die eigentlich für Erwachsene und Kinder gleichermaßen gelten. Fehler, die man macht und dann generell schlechter schlafen kann. Manche Kinder schlafen dadurch schlechter ein, manche wachen nachts auch häufiger auf. Zu diesen häufigen Fehlern zählen zum Beispiel:

  • Schwere Mahlzeiten oder Süßigkeiten am Abend: Zucker pusht den Kreislauf nach oben und schwere und fettige Mahlzeiten können einem ganz schön im Magen liegen: Besser ist es, etwas Leichtes zu essen. Allerdings ist Salat und Rohkost auch nicht so sinnvoll. In der Nacht fährt die Verdauung runter und dann können diese Lebensmittel schwer im Magen liegen. Manchen Menschen macht das nichts aus, aber einigen Kindern kann das ganz schön Bauchweh machen. Zum Abschluss des Tages ein Joghurt oder eine warme Milch – das macht Sinn.
  • Kreislauf auf Hochtouren: Wilde Spiele powern natürlich aus, aber zu dicht am Schlafen gehen, sind sie ganz sicher kontraproduktiv. Malen und basteln oder mit Lego bauen sind in Richtung Abend die besseren Beschäftigungen. Und natürlich Vorlesen.
  • Bildschirm: Handy, Fernseher und Co sondern besonders viele blaue Wellenlängen ab. Das stört das Nervensystem empfindlich. Die Folge: Der Schlaf ist weniger erholsam. Daher sollte auf Bildschirmnutzung eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen besser verzichtet werden.

Kinder und Babys zum Schlafen bringen

Kinder können am besten einschlafen, wenn sie satt sind, es ihnen bequem ist, sie entspannen können, sie müde sind und sich geborgen fühlen. Ganz schön viele Punkte.

Sicher und geborgen in den Schlaf begleiten

Einschlafbegleitung Kinder brauchen Sicherheit

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist ein Grundlegendes. Um sich sicher zu fühlen braucht jedes Kind etwas anderes.

  • Wer Angst hat vor Monstern, dem hilft vielleicht ein Monster-Schreck-Spray. Das kann man sich selbst basteln oder fertig kaufen.
  • Wer Angst im Dunkeln hat, dem kann das passende Licht helfen.  Genügt das Licht vom Flur, damit die Kleinen keine Angst haben? Oder soll ein Nachtlicht her? Vielleicht ein aufklebbarer Sternenhimmel? Wir haben zu Hause einen LED Dimmer. Damit kann das Licht beim zu Bett gehen noch hell sein und dann geräuschlos immer dunkler eingestellt werden. Dann ist der Schock beim Löschen des Lichts nicht zu groß.

  • Manche Kinder wollen das Gefühl von Mama und Papa in der Nähe haben. Sie können zum Beispiel im Elternbett einschlafen und dann – wenn gewünscht – ins eigene Bett getragen werden.

Sorgenfrei und geborgen einschlafen

Abends nochmal über den Tag reden. Streits und Dinge, die schön waren nochmal Revue passieren lassen. Ein Buch anschauen, die Puppen gemeinsam ins Bett bringen. Egal welches ruhige Abendritual sich jede Familie aussucht: Die Gelegenheit für Kinder, Sorgen und Ängste loszuwerden, ein wir-Gefühl zu schaffen ohne Druck. Das ist etwas Wunderbares. Ins-Bett-gehen sollte ruhig und entspannt sein.

Wann ist mein Kind müde?

Oft scheitert es schon am Punkt: müde sein. Als Eltern sollten wir den Zeitpunkt, wann ein Kind ins Bett geht nicht (lediglich) an der Uhr festmachen. Wer auf die Zeichen seines Kindes achtet, ist im Vorteil. Wenn Du also merkst, dass Dein Kind sich die Augen reibt, an den Ohren dreht, sich selbständig hinlegt oder sonstige Anzeichen für Müdigkeit gibt, macht es Sinn, darauf einzugehen. Bloß weil die Schlafenszeiten eingehalten werden sollen, ein Kind wachzuhalten kann zur Folge haben, dass das Kind überdreht und dann sehr viel schwerer in den Schlaf findet.

Auch spannend zu wissen: Menschen werden anhand ihres Schlafverhaltens in Lerchen und Eulen eingeteilt. Lerchen werden früh müde und sind morgens dafür schon putzmunter. Eulen sind abends recht lange fit und schlafen morgens dafür aus. Wer auf die Bedürfnisse seines Kindes Rücksicht nimmt, wird schnell auch herausfinden zu welchem Typ das eigene Kind zählt. Ist ein Kind regelmäßig nicht müde, wenn es ins Bett soll, dann ist es vielleicht Zeit, die Bett-geh-Zeit nach hinten zu verschieben. Das Schlafbedürfnis von Kindern ist sehr unterschiedlich.

Liegt mein Kind bequem?

Versetzen wir uns in die Lage unseres Kindes: Die Qualität der Matratze, die Dicke des Bettzeugs, die Bequemlichkeit des Schlafanzugs. All das hat Einfluss auf unser Wohlbefinden. Wer sein Kind beobachtet, sollte schnell feststellen, was es anders bräuchte. Ist ein Schlafsack wirklich die richtige Wahl? Fühlt sich das Baby im Overall wohl? Wäre ein Schlafsack mit Füßen vielleicht die richtige Entscheidung? In letzter Zeit hat mein Sohn einen Spleen: Er möchte in seiner alten Babywippe einschlafen. Dann ist es eben so. Sobald er eingeschlafen ist, leg ich ihn in sein Bett. Alles in Ordnung. Was wem bequem ist, ist eben subjektiv;-)

Kind schläft nicht alleine ein – mögliche Gründe

Wenn Kinder unbedingt einen Erwachsenen bei sich brauchen um einschlafen zu können, dann ist das manchmal eben einfach so. Wenn Eltern darin kein Problem sehen, dann ist es auch kein Problem. Ich schlafe auch nicht gerne alleine ein. Wenn aber Eltern keine Lust haben sich lange danebenzulegen und an die Decke zu schauen, dann ist das sicherlich auch in Ordnung. Damit ein Kind alleine einschlafen kann, müssen die oben genannten Punkte unbedingt zutreffen: Das Grundbedürfnis von Kindern nach Sicherheit, Geborgenheit und so weiter muss gestillt sein. Meine Kinder schlafen (mitterweile) auch alleine ein. Warum? Weil es bei uns eben so geht. Die Grenzen der Einschlafbegleitung beschreibe ich hier

Fehler bei der Einschlafbegleitung

Stundenlang neben dem Bett sitzen und auf den Sandmann warten. Verständlich, dass Eltern davon genervt sind. Dies sind meiner Wahrnehmung nach die häufigsten direkten Fehler von Eltern.

Einschlafbegleitung Handy

1. Handybildschirm

Ich habe es oben schon erwähnt. Die blauen Strahlen des Handydisplays suggerieren es wäre noch hell. Kinder können mit angeschaltetem Handydisplay oft deutlich schlechter einschlafen. Auch wenn sie eigentlich nicht in ihn reinschauen, sondern er eben einfach abstrahlt. Sie haben außerdem oft das Gefühl etwas zu verpassen.

2. keine Lust auf Einschlafbegleitung

Wer keine Lust hat neben dem Bett zu sitzen und sich eigentlich zu seiner Couch wünscht, der nützt seinem Kind häufig wenig. Kinder nehmen genervte Schwingungen mit sehr feinen Antennen wahr. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder seine Einstellung ändern und die Einschlafbegleitung genießen und als persönliche Auszeit nutzen. Oder aber: aus dem Zimmer gehen.

3. zu langweilig oder zu aufwühlend

Einfach nur daliegen und aufs Einschlafen warten. Wenn wir das machen, dann fängt mein Sohn garantiert nach wenigen Minuten an “Unfug” zu machen. Still liegen und warten ist nicht sein Ding. Wenn ich ihm Schlaflieder singe entspannt er sich deutlich besser. Er braucht ein paar Geräusche. Eine Geschichte oder ein Hörspiel tut es genauso. Beim gebannten Zuhören einer Geschichte dösen meine Kinder am besten weg. Ohne Geräuschkulisse tun sie sich beide deutlich schwerer. Zu laut und wild darf es aber natürlich auch nicht zugehen. Ist das bei Dir auch so oder muss es besser ganz still sein?

4.  noch nicht müde

Ja, ich träume auch manchmal davon, dass meine Kinder um sieben Uhr im Bett liegen. Tun sie aber nicht. Sie sind beide Lerchen und schlafen selten vor neun Uhr. Nervt mich. Logisch. Mein Tag beginnt nämlich um fünf. Aber egal wie sehr wir es versucht haben: Unsere Kinder sind früher einfach nicht müde. Also bring ich sie jetzt einfach später ins Bett. Ganz entspannt. Sie schlafen schnell ein – davon haben wir alle was.

5. Die Überzeugung: so muss es gehen

Es gibt so viele verschiedene Wege sein Kind zu erziehen und ins Bett zu bringen. Wer sich an strikte Vorgaben hält, die andere aufgestellt haben, kann Glück haben – muss es aber nicht. Den richtigen Weg für die eigene Einschlafbegleitung kann nur jede Familie für sich definieren. Das geht, indem die Bedürfnisse Aller angesehen werden. Die Bedürfnisse des Kindes nach”gesehen-werden”, nach Sicherheit, nach Zugehörigkeit, nach Liebe und Geborgenheit. Die Dinge, die Kinder wirklich brauchen  eben. Und die Bedürfnisse der Erwachsenen. Wer seine Kindern ernst nimmt und sie anhört und respektiert, wird sicher den eigenen Weg zur Einschlafbegleitung finden.

Viel Glück dabei und einen langen Atem! Den braucht es wie so oft mit Kindern eben auch beim Einschlafen;-)

 

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Einschlafbegleitung die häufigsten Fehler warum Kinder nicht einschlafen

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