11 Dinge, die Kinder fürs Leben brauchen

Liebe – denkt man sofort. Das ist es, was Kinder fürs Leben brauchen. Ja, Kinder müssen geliebt werden. Ein bisschen weiter lässt sich das aber schon noch aufschlüsseln:

1. Kinder brauchen Sicherheit

Damit ist nicht gemeint, dass wir unsere Kinder vor Gefahren abschirmen sollen. Sondern etwas anderes: Kinder brauchen sichere Wurzeln. Sie brauchen Verlässlichkeit. Sie müssen wissen, dass ihre Eltern da sind, wenn sie sie brauchen. Ein sicherer Hafen. Kinder brauchen Eltern, die verlässlich reagieren und sie brauchen Eltern, die sie durch schwierige Zeiten begleiten und sie bestärken. Kinder müssen wissen, dass sie zu Hause Unterstützung finden, wenn sie sie wollen und brauchen und dass es nichts gibt, was sie zu Hause nicht erzählen dürfen.

2. Kinder müssen selber machen dürfen

Anziehen, essen, spielen – wer seine Kinder möglichst viel selbst machen lässt, der gibt ihnen Chancen im Alltag zu lernen: Der ursprüngliche Ansatz von Maria Montessori. Heute gibt es Montessori-Spielzeug. Das hatte die Begründerin dieser Pädagogik vermutlich kaum im Sinn. Vielmehr: Den Kindern Freiheiten geben: Sie selbst machen lassen, ihnen etwas zutrauen. Das macht Kinder stark und selbstbewusst.

3. Kinder brauchen Geborgenheit

Geborgenheit ist ein komplexes Gefühl aus Schutz, Nähe, Wärme und Liebe. Geborgenheit entsteht nur dort, wo Wiederholungen herrschen – bestimmte Muster, die uns Halt geben. Ein Kind ist nur dort geborgen, wo es sich auf Zuwendung tatsächlich verlassen kann. Dass Eltern da sind, wenn sie gebraucht werden, dass das Baby zuverlässig versorgt wird, dass Kinder egal welchen Alters Kuscheleinheiten und Rückhalt bekommen, wenn sie es möchten. All das schafft Geborgenheit: Umarmungen, Gute-Nacht-Geschichten, gemeinsame Mahlzeiten. Berührungen und das Gefühl ehrlich und echt geliebt zu werden – das ist für Kinder so wichtig. Da lässt sich vieles, was vielleicht nicht richtig läuft ausgleichen. Entscheidend ist, dass Geborgenheit nicht nur bedeutet, dass liebevolle Zuwendung dann passiert, wenn es Eltern gerade in den Tagesablauf passt. Sondern dass sie verlässlich ist.

4. Kinder wollen gehört werden

Man muss einem Kind nicht jeden Wunsch sofort erfüllen. Das ist auch nicht Teil einer bedürfnisorientierten Erziehung – auch wenn das von außen ab und an so scheint. Eltern dürfen natürlich auch Sachen verbieten. Aber: Die Kinder und ihre Wünsche müssen gehört werden. Hört sich banal an, aber wie oft denke wir Eltern wir wüssten, warum ein Kind gerade weint oder wie es ihm geht. In Wahrheit liegen wir aber falsch. Ich bin mir sicher: Oft! Ging mir auch schon so. Da glaubt man das Kind hätte Abschiedsschmerz, dabei wollte es eigentlich nur, dass man seine Sam-Figur wieder mit nach Hause nimmt und in den Hubschrauber stellt. Da muss man ja auch erstmal drauf kommen. Es hilft nur eins: Ruhig bleiben, zuhören, herausfinden was wirklich ist und dann darauf eingehen. So fühlen sich Kinder verstanden und ernst genommen. Oft kann man Situationen so klären, oft weinen die Kinder trotzdem, aber das gehört eben zum Leben.

5. Kinder brauchen Mut zum Fehler machen dürfen

“Wie genau soll ich das machen?” “Ist das richtig so?” Fragen, die Kinder – finde ich – viel zu oft stellen. In Schule in Kindergarten wird viel zu oft vorgegeben was richtig und was falsch ist. Da wird vorgemalt, wie ein Osterhase auszusehen hat und wie ein Nikolaus “geht”. Wer ihn anders malt, malt ihn “falsch”. Es gibt im Leben aber selten das für alle gültige richtig oder falsch. Ausprobieren, selbst merken wie etwas (für einen selbst) besser oder schlechter geht: Das bringt Kindern doch viel mehr. Gerade beim Spielen und malen sollten Kinder nicht so viel angeleitet werden, finde ich. Denn dort lernen Kinder fürs Leben. Erwachsene neigen dazu den Kindern dauernd zu erzählen wie was geht: “Nicht die Farben im Farbkasten vermischen” “nicht alles wieder schwarz malen! Dann sieht man ja Dein Haus gar nicht mehr!” und: “Menschen haben doch keine fünf Beine! Das ist falsch!”.

“Ich werd schon selber wissen wie mein Mensch aussieht”, antwortete meine Tochter mal auf solch einen Einmischungsversuch. Und sie hat recht: Ihr Bild – Ihre Regeln. Das Malen ist dabei nur ein Beispiel. Kinder dürfen Fehler machen und ihre eigenen Wege finden. In der Kunst und auch im Leben.

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6. Kinder brauchen Zugang zu Bildung, die Spaß macht

Es müssen keine 100 Förderangebote sein, die alle jede Menge Geld kosten. Aber Schulkinder, die noch nie in ihrem Leben in einem Theater waren? Die noch nie ein Musikinstrument in der Hand hatten? Schulkinder für die Lesen eine reine Pflicht ist und die noch nie ein Museum von innen gesehen haben? Kann man alles so machen, aber eröffnen wir Eltern unseren Kindern nicht die größeren Chancen im Leben, wenn wir ihnen vermitteln: Sport, Musik, Kunst, Reisen: Das ist spannend und es gibt viel zu entdecken. Dafür muss man nicht in die Karibik fliegen oder das Museum of Natural History in New York besuchen. Man muss auch nicht durch die halbe Republik mit Kleinkindern zum Salzburger Adventssingen. Es gibt in jeder Stadt kleine feine Angebote, die Lust machen. So können wir Grundsteine legen und Samen setzen, damit unsere Kinder zu weltoffenen Menschen werden.

7. Kinder wollen Zugehörigkeit spüren

Bei gemeinsamen Mahlzeiten ist die Gelegenheit ideal: Reden über den Tag, gemeinsam essen, Spaß haben und diskutieren. So nehmen sich Kinder als Teil der Familie wahr. Und das ist eine Erfahrung, die jedes Kind machen dürfen sollte. So wird der Rückhalt, die Geborgenheit und die Sicherheit innerhalb der Familie offenbar. Wer dann noch (freiwillig) hilft den Tisch zu decken oder nach und nach andere kleine Aufgaben zu erledigen, der spürt als Kind wie dieser gemeinsame Zusammenhalt weiter wächst.

8. Kinder brauchen Streit

Streits gehören dazu. Streits sind wie Sommergewitter: Sie reinigen die Luft. Und danach kommt die Versöhnung. Und die bringt alle in der Regel noch weiter zusammen. Im Streit merken wir, dass wir verschiedene Persönlichkeiten sind und dennoch zusammenhalten. Im engen Familienkreis müssen sich Kinder ausprobieren. Sie müssen auch mal über die Stränge schlagen können und sicherlich sich auch im Ton vergreifen dürfen. Wir als Eltern sind Vorbilder – auch in Sachen Konfliktlösung. An uns dürfen die Kinder üben. Sehen wir es doch mal von dieser Seite.

9. Kinder brauchen Zeit für sich selbst

Auf Bäume klettern, ungestört Verstecke finden, sich selbst Geschichten erzählen und Geheimnisse hüten: Kinder sollten nicht über alles Rechenschaft ablegen müssen. Lassen wir sie einfach ein bisschen (mehr) in Ruhe. Geben wir ihnen die Chancen, sich selbst zu entdecken. Ohne Druck, sondern nur mit etwas Langeweile.

10. Kinder brauchen andere Kinder

Ganz egal ob Geschwister, Nachbarn oder Freunde. In Beziehungen unter Kindern können die Kleinen soziales Miteinander für später üben. Sich streiten, versöhnen, einigen. Das geht unter Kindern alles ganz nebenbei und ohne viel Tamtam.

11. Kinder brauchen kleine Gesten der Zuwendung

Ein Post it mit einem Herz in der Brotdose, eine Umarmung einfach so – ohne “Grund”, ein Nachfragen, wenn einem etwas auffällt, das Pferde-Buch aus der Bücherei oder das Lieblingsgetränk für die Wanderung. Das alles kostet kein Geld, aber wir zeigen damit, dass wir aneinander denken. Die “Beweise” dafür braucht man nicht jeden Tag, aber wunderschön sind sie jederzeit.

 

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