Neurodermitis erste Diagnose

Von Wunden und Nerven: Können schon Babies Neurodermitis haben?

Ich stehe am Fenster des Krankenzimmers meines Sohnes in der Hautklinik – Diagnose atopisches Ekzem. Vor mir jede Menge Medikamente. Die Hauptprobleme meines Sohnes sind in den letzten Wochen rasant schnell schlechter geworden. Er leidet jeden Tag mehr- und ich mit ihm. Seine Haut schuppt sich, ist an vielen Stellen entzündet und juckt ihm augenscheinlich sehr. Mehrere Stunden am Stück schlafen – Ich weiß gar nicht, wann ich das das letzte Mal gemacht habe. Der Kinderarzt hat es gleich erkannt und bei der u3 gesagt, die trockenen Stellen  machten ihm Sorgen. Das ist acht Wochen her. Damals habe ich ihn nicht ernst genommen. Ich dachte, er habe halt ein bisschen trockene Haut. Etwas cremen und das geht weg. Auch andere sagten damals immer wieder zu mir: “Meiner hatte das auch. Nur viel schlimmer.“ ich konnte es fast nicht mehr hören. Und “Das geht sicher von selbst wieder weg.“

Heute klingt das anders

So gut wie jeder, der meinen Sohn sieht, stößt einen entsetzten Ruf aus verbunden mit : “Um Gottes Willen! Der arme Kerl! Was hat er denn?“ Es ist – so erklären mir die Ärzte – ein atopisches Ekzem. Von Neurodermitis spricht man im Volksmund.

Was die Ärzte sagen und Passanten

Tatsächlich habe ein Kind in diesem Alter noch keine Allergien, versichern mir die Ärzte. Und damit auch keine echte Neurodermitis. Durch das Ekzem zeigt sich allerdings die genetische Disposition  für die spätere Entwicklung von Allergien. Es hagelt gute Ratschläge von Menschen, die mir gänzlich unbekannt sind: Passanten, anderen Eltern, Großeltern bis zur Verkäuferin im Supermarkt. Sie empfehlen Wechsel des Waschmittels, Verzicht auf bestimmte Lebensmittel. Auch verschiedenste homöopathische Mittel gegen Neurodermitis werden mir als hilfreich aufgezählt. Nun halte ich es so, dass ich -wo es möglich ist- grundsätzlich eher auf die Gabe von Medikamenten – auch von Nahrungsergänzungsmitteln und Globuli – verzichte. Vor allem in Selbstmedikation. Ich vertraue da lieber Menschen, die sich wirklich auskennen.

Was wir gemacht haben um atopisches Ekzem in den Griff zu bekommen

Ich habe zum Glück einen hervorragenden Kinderarzt gefunden, der ganzheitlich arbeitet und dem ich was das angeht, folge. In diesem besonderen Fall der möglichen Neurodermitis meines Sohnes habe ich außerdem den Rat eines erfahrenen Heilpraktikers hinzugezogen. Und nun stehe ich in der Hautklinik. Alle Bemühungen, die Haut sanft zu heilen sind fehlgeschlagen. Ich, die meinen Kindern bislang weder Zäpfchen, Fiebersaft noch ähnliche Medikamente gegeben habe, stimme zu meinem Sohn starke Cremes (Advantan) zu schmieren und Tropfen gegen den Juckreiz (Fenistil) zu verabreichen. Sein Zustand ist in den letzten Wochen so schleichend schlimmer geworden, dass es mir gar nicht so heftig vorkommt, wie er aussieht. Sogar jetzt sehe ich nur meinen wunderschönen kleinen Jungen. Aber ich spüre, wie rau die Haut ist und ich nehme wahr, dass mein Sohn leidet.

Fragen über Fragen – hätte ich irgendetwas tun können?

Hätte ich von den vorherigen Cremes mehr benutzen müssen? Früher zum Heilpraktiker gehen? Hätte ich irgendwas machen können, um die Schmerzen meines Sohnes abzuwenden? Nein, es sei nicht meine, nicht unsere Schuld, sondern eine genetische Disposition. Pech gehabt. Ich sollte froh sein, dass ihm geholfen wird. Aber ich kann mein schlechtes Gefühl nicht abstellen – Vor allem, weil mich die Frage quält, was die Ursache ist. Am nächsten Tag werde ich eine Idee haben, was zumindest an der rapiden Verschlechterung schuld sein könnte: Der Fleeceanzug aus Polyester, der meinen Sohn genau an den Stellen berührt, an denen die Entzündungen besonders schlimm sind. Ich halte mich an  jedem Strohhalm fest. Kaufe einen neuen Anzug aus Baumwolle. Die wird auch von Neurodermitikern am Besten vertragen.

Hier gibt es Tipps für die richtige Kleidung bei Neurodermitis

Und hier für die richtige Kleidung für Babies mit Neurodermitis

 

Ich bleibe zurück mit meiner diffusen und vielleicht auch irrationalen Angst, dass die Medikamente nicht helfen oder sogar Schaden anrichten könnten. Und mit meiner Unsicherheit. Wird mein Sohn sein Leben lang mit schuppiger Haut zu kämpfen haben? Werden die Menschen auch in ein paar Jahren noch diesen entsetzten Gesichtsausdruck haben? Was wird das mit meinem Sohn machen? 

Diagnose Neurodermitis










3 Gedanken zu “Von Wunden und Nerven: Können schon Babies Neurodermitis haben?

  1. Hallo! Erst einmal ein großes Kompliment für so einen tollen Blog!
    Unser Kind neigt wahrscheinlich auch zu neurodermitis. Wir haben aber eine super Creme vom Arzt bekommen. Nennt sich CETAPHIL. Vlt hilft sie euch auch. Alles Liebe Nina

    • Danke für das Kompliment und auch den Tipp. Ich werde bald mal eine Liste mit allen Cremes veröffentlichen, die wir schon benutzt haben. Dabei hoffe ich natürlich auch auf die Kommentare und Erfahrungen anderer Betroffener. Vielleicht kann ich ja auch auf Dich zählen?! Bis hoffentlich bald! Katharina

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